Kunst und Reisen
Wanderbühnen haben in der deutschen Kulturhistoriografie irgendwie seit jeher einen ruinierten Ruf. Noch heute wird zum Beispiel auf Wikipedia der Schmäh der Literatur–wissenschaft nachgedichtet, dass sie, statt sich künstlerisch an der Identitätsbildung des Bürgertums zu beteiligen, die Ungebildeten in Stadt und Land mit Unterhaltung versorgten.
Die Tradition, in Deutschland mit Theaterkunst wandern zu gehen, ist im 21. Jahrhundert Teil eines demokratischen Selbstverständnisses, dem Kunst als wichtiger Ort institutio–nalisierter Selbstverständigung gilt.
24 Landesbühnen wandern in Deutschland, und das finde ich gut. Sie werden im Kontext aller Theaterkünste wahrgenommen und in ihrer Spezifik gewürdigt. Das finde ich sehr gut. Immer seltener allerdings werden sie inhaltlich diskutiert. Und das finde ich leider fast besser so, denn der Bestandschutz ist ebenso prekär wie die Lebensverhältnisse der Künstler.
So wird (zuletzt in Th 7/11) den Landesbühnen künstlerische Resignation attestiert und selbst in den Würdigungen die Qualität der Arbeit immer nur als Konzession an ihre Entstehungsbedingungen dargestellt. Aus Furcht um den Bestandsschutz gibt es keine Diskussion über ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Juli 2012
Rubrik: Junges Theater, Seite 24
von Marco Süß
Bobby will Wahrheit. Als er sie kennt, ist sie wertlos für ihn. Bobby wird von seiner Schwester Betty gerufen, um mit ihr eine Hütte im Wald auszuräumen. Warum das nötig ist, dafür gibt sie verschiedene Gründe an. Am Ende stellt sich heraus, dass die erfolgreiche Collegedekanin einen Liebhaber, einen ihrer Doktoranden, umgebracht hat, weil er andere Frauen...
Theater heute Die Kulturstiftung des Bundes hat nach dem Förderprogramm «Heimspiel», das die deutschen Stadttheater zu Partizipationsprojekten angeregt hat, und nach «Wanderlust», das internationale Partnerschaften unterstützte, jetzt das Programm «Doppelpass» ins Leben gerufen. Was haben sich denn die Wander-, Spiel- und Sportsfreunde der Stiftung da wieder...
Würde sie das Land der Griechen mit der Seele finden, träfe sie dort kaum jemand, den sie kennt. Ihr aus Troja heimgekehrter Vater wurde von der Mutter ins Jenseits befördert, die Mutter dann von Bruder Orest. Von all dem weiß Iphigenie noch nichts, es könnte aber sein, dass sie eine besondere Beziehung zum Wind hat. Er fehlte den Griechen, als sie gen Troja segeln...
