Wege aus der Projektfalle
Theater heute Die Kulturstiftung des Bundes hat nach dem Förderprogramm «Heimspiel», das die deutschen Stadttheater zu Partizipationsprojekten angeregt hat, und nach «Wanderlust», das internationale Partnerschaften unterstützte, jetzt das Programm «Doppelpass» ins Leben gerufen.
Was haben sich denn die Wander-, Spiel- und Sportsfreunde der Stiftung da wieder ausgedacht?
Hortensia Völckers All diesen Maßnahmen liegt, jedenfalls in meinem Herzen und Kopf, der Wunsch zugrunde, den großen Tankern Stadt- und Staatstheatern Angebote zu machen – die sie annehmen können oder nicht –, um sich zu mobilisieren. Dabei interessieren mich weniger Zuschauerzahlen als vielmehr die Frage: Wie weit öffnen die Häuser sich, ihrer Stadt, anderen Kulturen, anderen Themen. Wir wissen ja eigentlich nicht genau, wie diese Tanker in Zukunft aussehen sollen. Wir wissen nur, dass wir sie unbedingt behalten wollen; und dass sie zum Teil nur bedingt zukunftsfähig sind. Manche Häuser funktionieren wie moderne Fabriken, andere reiben sich auf, vor allem in Städten, wo es Probleme mit Publikum und Verwaltung gibt. Die interessieren uns besonders.
TH Der Begriff Tanker trifft insofern nur auf einen kleinen Teil zu. ...
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Theater heute Juli 2012
Rubrik: Theaterstruktur, Seite 46
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Aus gegebenem Anlass», kündigte das Grips Theater Ende April an, habe man den Beitrag zur 4. Berliner Langen Nacht der Theater geändert: Statt unter dem Titel «Vom Neuesten das Beste» Ausschnitte aus dem Erwachsenenprogramm zu zeigen, hatte man sich eine Aufführung mit Songs aus Grips-Kinderstücken zusammenmontiert. Volker Ludwig verlas einen bitter-ironischen...
Lobet die Putzfrau!», predigt der Sandmann den Kindern. Aus dem Mikrowellenchaos auf der Bühne zaubert er frisches Popcorn und wirft es ins Publikum wie Konfetti. Dann grinst er in den aufgeweckten Saal: «Das hat man uns verboten.» Dort hat der Lehrkörper längst vor der Anarchie auf der Bühne und in den eigenen Reihen kapituliert: Besonders engagierte Kids setzen...
Der Trojanische Krieg dauerte zehn Jahre. Auch Matthias Hartmanns Inszenierung «Das Trojanische Pferd» hat Überlänge. Im Unterschied zu der Aufführung im Kasino des Burgtheaters kann man vom Trojanischen Krieg zwar nicht so genau sagen, ob er überhaupt stattgefunden hat. Aber die Griechen hatten wenigstens ein Motiv.
Das Kasino hat der Burgtheaterdirektor zu seiner...
