Aschenputtel lebt
Aus gegebenem Anlass», kündigte das Grips Theater Ende April an, habe man den Beitrag zur 4. Berliner Langen Nacht der Theater geändert: Statt unter dem Titel «Vom Neuesten das Beste» Ausschnitte aus dem Erwachsenenprogramm zu zeigen, hatte man sich eine Aufführung mit Songs aus Grips-Kinderstücken zusammenmontiert. Volker Ludwig verlas einen bitter-ironischen Text, in dem es unter anderem heißt: «Das Kindertheater ist das Aschenputtel der Theaterwelt. Und das ist auch gut so, sagt mein Duzfreund Klaus. Arm, aber sexy. (...) Alle lieben Aschenputtel, weil es so schön arm ist.
Also muss es das auch bleiben.» Lutz Hübner steuerte ein Dramolett bei, «McKinsey besucht das Grips Theater», und am Ende des Abends eilte Lars Eidinger herbei, eben noch als Hamlet in der Schaubühne, und spielte als altes Gripskind benefizmäßig ein Goya-Solo, in dem es neben anderem ums Schwanzlutschen geht. Der kleine Junge in der ersten Reihe hielt sich da einfach die Ohren zu, um sofort in den allgemeinen Jubel einzustimmen, als Eidinger sich mit den Worten «Für mich ist das Grips einfach das Größte!» verabschiedete.
Es konnte zu Herzen gehen, wer sich alles «aus gegebenem Anlass» in der Stadt Berlin mit ...
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Theater heute Juli 2012
Rubrik: Junges Theater, Seite 11
von Barbara Burckhardt
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