Bonn: Schauspiel Bonn, Werkstatt
Bobby will Wahrheit. Als er sie kennt, ist sie wertlos für ihn. Bobby wird von seiner Schwester Betty gerufen, um mit ihr eine Hütte im Wald auszuräumen. Warum das nötig ist, dafür gibt sie verschiedene Gründe an. Am Ende stellt sich heraus, dass die erfolgreiche Collegedekanin einen Liebhaber, einen ihrer Doktoranden, umgebracht hat, weil er andere Frauen attraktiver fand als sie. Als Bobby diese Wahrheit kennt, lässt er allen moralischen Hochmut fahren und hilft seiner Schwester bei der Vertuschung.
Schon mehrere kleine LaBute-Stücke wurden in Bonn ur- oder erstaufgeführt.
Sein neuestes Werk ist wieder eine Studie über die Abgründe im rechtschaffenen Milieu. Ihn treibt, wie er sagt, ein «gesundes Interesse an der Sünde», und die Wahrheit ist für ihn der schrecklichste Ort von allen. «Tief im dunklen Wald» zeigt Brüderlein und Schwesterlein im Hexenhaus. Die erwachsenen Kindlein sind keineswegs unschuldig. Betty ist eine perfide, lügnerische Mörderin aus gekränkter Selbstüberschätzung, Bobby ein notorischer Schläger und heuchlerisches Mitglied der «moralischen Mehrheit».
LaBute verwendet eine schlichte Krimi-Dramaturgie. Versteckte Hinweise überall, erst im Rückblick nimmt man ...
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Theater heute Juli 2012
Rubrik: Chronik, Seite 51
von Gerhard Preußer
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Bei der Liste der Regieausbildungen in TH 6/12 fehlte unverzeihlicherweise die Mainmetropole Frankfurt, weil sich eine ihrer Mailadressen als toter Briefkasten erwiesen hat. Hier die vollständigen – und funktionierenden – Kontaktdaten!
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