Kunst ohne Luxusspielraum

Beim Berliner Theatertreffen spielen die Theater der sogenannten Provinz traditionell eine Nebenrolle – oder erst gar nicht mit. Ralph Reichel, Dramaturg am Schweriner Theater, und Peter Carp, Intendant in Oberhausen, im Gespräch über Publikumsmentalitäten, Struktur­probleme und künstlerische Risiken, die sie sich trotzdem leisten

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TH Herr Reichel, Herr Carp – Sie kommen beide von Theatern, die vor drei Jahren zum Theatertreffen eingeladen waren. Was hat die Jury denn dieses Jahr in Schwerin und Oberhausen übersehen?
Peter Carp Wir waren leider etwas zu spät mit dem australischen Regisseur Simon Stone und dessen spannender «Orestie». Stone haben wir als erstes europäisches Haus produziert.

Vielleicht ist es ja etwas fürs nächste Theatertreffen!

TH Haben Sie denn bei der Programmierung Ihrer Premieren das Theatertreffen im Auge?
Carp Nein. Wir nehmen uns das zwar theoretisch vor, aber die Planung folgt dann doch eige­nen Gesetzen. Und ehrlich gesagt: So sehr sind wir nun auch nicht darauf fixiert. In großen Städten und an großen Häusern ist das vermutlich anders.

TH Der Sinn des Theaters erschöpft sich ja gottseidank nicht in einer Einladung zum Theatertreffen. Was hätte aus Schwerin dabei sein können?
Ralph Reichel Wir haben jedes Jahr drei große Schauspielproduktionen im Programm, eine Eröffnung, eine zweite große und ein Wagnis. Dabei gilt: Je erfolgreicher wir am Anfang waren, desto mutiger können wir am Schluss sein. Wir hängen ja auch von Zahlen ab. Gerade proben wir – die dritte Inszenierung – mit ...

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Theater heute Mai 2014
Rubrik: Theatertreffen Berlin, Seite 32
von Eva Behrendt, Barbara Burckhardt, Franz Wille

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