Ich fühle, also bin ich

Filmstart am 25.06: Am Umgang mit Hunden zeigt sich die «Menschlichkeit»: Kornél Mundruczos Kinofilm «Underdog» reflektiert die ungarische Gesellschaft

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Unheimlich wirkt Budapest in diesen ersten Filmbildern. Die Kamera folgt einem jungen Mädchen auf seinem Fahrrad durch die menschenleeren Straßen, vorbei an einem Auto mit offenen Türen; die Warnleuchten blinken. Plötzlich biegt in einer ebenso großartigen wie beängstigenden Massenchoreografie eine gewaltige Hundemeute um die Ecke und hetzt hinter dem Mädchen her. Ob sie es verfolgt oder ihm folgt, bleibt offen.

 

Mit «Underdog» hat der ungarische Regisseur Kornél Mundruczó gerade seinen sechsten Film in die Kinos gebracht, eine Parabel über den Aufstand einer gequälten Spezies gegen ihre (un-) menschlichen Unterdrücker. «White God», wie der Film im Original heißt, zitiert nicht nur im Titel J.M. Coetzees verstörenden Post-Apartheids-Roman «Schande», den Mundruczó 2012 in drastischen Bildern auf das Theater und die politische Situation in Ungarn übertragen hatte. Er entwickelt auch dessen zentrales Hunde-Motiv weiter: Am Umgang mit ihnen, den Abhängigsten und Ohnmächtigsten einer von Rassismus und Gewalt geprägten Gesellschaft, lässt sich der Status quo der «Humanität» am deutlichsten ablesen. Ausgezeichnet mit dem «Prix Un Certain Regard» in Cannes 2014 kommt der originelle ...

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Theater heute Juni 2015
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Anja Quickert

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