Wahn mit Wucht
Egal, wie tief sich eine Aufführung in den Wahnsinn hineinarbeitet, am Ende bleibt bei «Macbeth» doch das Gefühl, dass man den Abgrund, in dem das Stück und das Ehepaar gleichen Namens versinken, verfehlt hat. «Macbeth» gilt als eher einfaches Shakespeare-Drama, vor allem wegen der einspännigen Handlung, trotzdem bleibt da etwas, was das Stück am Ende immer tiefer, abgründiger, irrsinniger erscheinen lässt als die jeweilige Aufführung. So tief kann man auf der Bühne nicht hineinbohren, wie sich der Wahn in die Seelen gefressen hat.
Vielleicht nehmen die besten Macbeth-Arbeiten der neueren Zeit, von Jürgen Gosch oder Karin Henkel etwa, die Schlamm-Blut-und-Gespenster-Tragödie deswegen von der eher coolen Seite. Sie steuern nicht direkt auf den Irrsinn zu, sondern er entsteht gleichsam nebenbei, aus der lässigen Geste. Der Schwerpunkt liegt im Spiel, und der ganze Überschuss des Wahns ist dem Raum der Vorstellung überlassen.
Der kanadische Choreograf Dave St-Pierre, der in Europa bisher vor allem in Frankreich gearbeitet hat und der nun am Schauspiel Frankfurt den «Macbeth» choreografiert und bebildert hat, hält dagegen direkt und – man muss das anerkennen – unbeirrt auf den ...
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Theater heute Juni 2015
Rubrik: Aufführungen, Seite 22
von Peter Michalzik
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Aschaffenburg, Stadttheater
10. Sternheim, Der Snob
R. Jürgen Overhoff
Augsburg, Theater
19. Achternbusch, Gust
R. Anton Koelbl und Tjark Bernau
Baden-Baden, Theater
19. Goldoni, Der Diener zweier Herren
R. Barry Goldman
Basel, Theater
16. Castellucci, The Parthenon Metopes
R. Romeo Castellucci
19. Aufbruch. Die letzten 48 Stunden
R. Petra Barcal
Berlin,...
Für einen Ort, an dem ein Theater der Superlative entsteht, sieht die Pastorijstraat 23 eher unscheinbar aus. Das Probenzentrum von Jan Fabres Performance-Truppe Troubleyn, benannt nach dem Mädchennamen seiner Mutter Helena, befindet sich im ehemaligen Antwerpener Arbeiterviertel nordöstlich des Hauptbahnhofs. Fabre ist hier um die Ecke aufgewachsen, als Sohn des...
