Erziehung am lebenden Subjekt
Es war einmal, und es war nicht immer nur schön. Auf jeden Fall aber konnte der Nachwuchs sich damals noch selbstbestimmt den Arm brechen, und die Eltern fielen erst Wochen später in Ohnmacht, wenn der Kleine sich verplappert hatte: Okay, okay, der hat sich doch tatsächlich mit seinen Freunden in diesen Höhlen oben im Berg rumgetrieben, tagelang und obwohl die doch so gefährlich sind. Was da alles hätte passieren können?
Vor fünfzig Jahren lebten Eltern in einem Zustand der nachträglichen Sorge, heute in einem des antizipatorischen Schauderns.
Sie meinen, alles zu wissen, was dem Kind zustoßen könnte, müssen irgendwann aber doch einsehen, dass auch der heutigen Wohlstandsverwahrung Grenzen gesetzt sind. Zum Beispiel, wenn der doppelt beschäftigte Haushalt der Besserverdienenden ein Au-pair-Mädchen aus der Ukraine kommen lässt und plötzlich feststellt: Die ist ja verstrahlt, Tschernobyl und so! Oder wenn die zweijährige Maren-Olivia immer noch in der Yogagruppe für Neugeborene die Knieschaukel übt und gleichzeitig die Altgriechisch-Krabbelgruppe und den Stradivarikurs zur Gehörbildung besuchen sollte. Da wird es dann doch eng für den Mittagsschlaf, den die Kleine ja auch nötig ...
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Theater heute Juli 2012
Rubrik: Aufführungen, Seite 36
von Jürgen Berger
4./Mittwoch
20.15, ARD: Boxhagener Platz Spielfilm (2009) von Torsten Schulz,
mit Gudrun Ritter, Horst Krause, Michael Gwisdek, Jürgen Vogel,
Milan Peschel, Meret Becker u.a., Regie Matti Geschonneck
(vgl. TH 3/2010)
7./Samstag
10.15, 3sat: Live aus Klagenfurt: 36. Tage der deutschsprachigen Literatur Ingeborg Bachmann-Preis 2012. Lesungen und Diskussionen
23.15,...
Bobby will Wahrheit. Als er sie kennt, ist sie wertlos für ihn. Bobby wird von seiner Schwester Betty gerufen, um mit ihr eine Hütte im Wald auszuräumen. Warum das nötig ist, dafür gibt sie verschiedene Gründe an. Am Ende stellt sich heraus, dass die erfolgreiche Collegedekanin einen Liebhaber, einen ihrer Doktoranden, umgebracht hat, weil er andere Frauen...
Theater heute Die Kulturstiftung des Bundes hat nach dem Förderprogramm «Heimspiel», das die deutschen Stadttheater zu Partizipationsprojekten angeregt hat, und nach «Wanderlust», das internationale Partnerschaften unterstützte, jetzt das Programm «Doppelpass» ins Leben gerufen. Was haben sich denn die Wander-, Spiel- und Sportsfreunde der Stiftung da wieder...
