Die unterste Schreckensebene

Georg Büchner «Woyzeck»

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Was lungert dort auf der Vorderbühne rum? Ein Wiedergänger Kurt Cobains oder ein Seuchenopfer? Ein wahnsinniger Freak? Mit blu­tigen Lappen und einer Lichterkette umwickelt raucht uns das beschädigte Wesen an und sinniert teilnahmslos über die Frage, was der Mensch sei. Lange noch, nachdem sich der eiserne Vorhang gehoben hat, klingt die Aufforderung dieses bizarren Conferenciers nach: «Sehen Sie die Kreatur, wie sie Gott gemacht.

» Denn von den sich hier herumtreibenden «Kreaturen» wendet man sich normalerweise schamhaft ab, wirft höchstens pflichtschuldig ein wenig Kleingeld in den Pappbecher.

Und nun schleppt und schlägt, rollt und rockt sich ein grotesker Menschenzirkus von Fuß­gängerzonenrandexistenzen durch ein Endzeitszenario: Eine grau verwaiste Betonwüste im Untergrund, einzig ein schmuddeliges Waschbecken und ein Hocker verweisen auf mensch­liche Spuren (Bühne und Kostüme: Patrick Bannwart). In der bleischweren Decke klafft ein kratergroßes Loch, in dem Woyzeck eingangs wie ein gestrandeter Astronaut an langen Kabeln hängt, umwuselt von einem unauffälligen Arzt, der ihn mit dröhnenden Elektroschocks mal­trätiert, bis er am Boden liegt. Immer wieder gelingt Bösch und seinen ...

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Theater heute Dezember 2007
Rubrik: Chronik, Seite 48
von Natalie Bloch

Vergriffen
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