Der Hype und seine Möglichkeiten
Es gibt im Leben mitunter merkwürdige Zeitschleifen. Zum Abschluss des ersten (und bisher einzigen) Kongresses der Theaterautoren 1991 in Essen wurde seinerzeit ein Forderungskatalog veröffentlicht, der neben einer Klassikerabgabe zugunsten zeitgenössischer Autoren auch die seltenen «Nachspiele» einmal uraufgeführter Werke beklagte sowie die Nischenexistenz der Neuen Dramatik in den Studiobühnen.
Wenn man nun gut fünfzehn Jahre später die «Ersatztheater»-Schelte des Henschel-Lektors Frank Kroll liest, könnte man meinen, nichts hätte sich seitdem in Sachen Autorenförderung getan, außer dass die «Theaterkaufleute» unter dem Vorwand des «Kostendrucks» den Dramatikern inzwischen auch noch den letzten Cent Tantieme vorenthalten. Natürlich hätte niemand etwas gegen eine Verbesserung der Einnahmesituation der Autoren. Nur leider zeichnet Kroll ein völlig verzerrtes Bild der tatsächlichen Lage und wischt mal eben handstreichartig die Arbeit von vielen, durchaus auch mühsamen Jahren der Dramatikerförderung vom Tisch.
Mühe und Sorgfalt statt Ausverkauf
Aus seiner Sicht handelt es sich bei den Theatern samt und sonders um uraufführungswütige, textdeflorationsgeile ...
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Jener viel zitierte Sumpf am Gebirge hat im Lausitzer Flachland keinen Widerpart. Dafür blubbert der Schlamm unter den Füßen der Premierengäste, die – befördert in fünf Bussen und von Theaterleuten liebevoll umsorgt – mit Faust und Mephisto aufbrachen, die kleine und die große Welt zu erkunden.
«Theater des Jahres» wurde die Neue Bühne Senftenberg 2005. Nicht erst...
Wer schreibt am schönsten?
Zwei der wichtigsten Dramatikertalenthebebühnen suchen wieder nach neuen Autoren und Manuskripten: Der Stückemarkt des Berliner Theatertreffens erwartet gehaltvolle neue, jedenfalls nicht aufgeführte Dramen aus ganz Europa, die vom 2. bis 18. Mai in szenischen Lesungen präsentiert werden oder in einem Dramatikerworkshop mit John von...
Warum wird dieses Thema derzeit völlig ignoriert?», fragte Harald Schmidt auf den Brettern des Stuttgarter Schauspiels und meinte den Deutschen Herbst. Selten war Ironie so am Platz. Das ganze 30. Jubiläumsjahr hindurch war schließlich dokumentiert, getalkt, gestritten und erinnert worden. Der Bundespräsident hatte nach langen Debatten und konspirativen Treffen das...
