Endstation Tagebau

Goethe «Faust I und II»

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Jener viel zitierte Sumpf am Gebirge hat im Lausitzer Flachland keinen Widerpart. Dafür blubbert der Schlamm unter den Füßen der Premierengäste, die – befördert in fünf Bussen und von Theaterleuten liebevoll umsorgt – mit Faust und Mephisto aufbrachen, die kleine und die große Welt zu erkunden.

«Theater des Jahres» wurde die Neue Bühne Senftenberg 2005. Nicht erst jetzt hat sie sich des Titels würdig erwiesen. Der Courage wegen, mit der sich dieses kleine Ensemble mit 16 Schauspielern einem Riesenprojekt stellt.

 Vor allem aber, weil es – so klug konzipiert wie betörend verwirklicht – gelungen ist, die Aufbrüche und Niederlagen im Geflecht der Dichtung in den sozialen und historischen Verhältnissen des Landstrichs zu verwurzeln. Und eine ganze Stadt, samt Alt und Jung, samt ihren Kultur- und Wirtschaftsinstituten zu mobili­sieren.

In der aufgelassenen Werkhalle an der Abbruchkante des Tagebaus Reppist endet weit nach Mitternacht der Parforceritt, der am frühen Abend im Stammhaus begann und auf fünf Schauplätzen die Geschicke der Faustfigur überraschend ins Gegenwärtige führt. Hier am ausgekohlten Tagebau – war’s ehedem der Grund der Hölle? – hatte auch einmal eine Vision begonnen, als ...

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Theater heute Dezember 2007
Rubrik: Chronik, Seite 51
von Erika Stephan

Vergriffen
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