Der letzte Mohikaner

Sag niemals «John» zu ihm: Noah Wyles Unfallarzt Dr. Carter in «Emergency Room»

Theater heute - Logo

Zu den wesentlichen Funktionen des Fernsehens gehört die Versorgung mit Vertrautheit. Ein Fernsehen, das ständig neue Figuren und neue Schauspieler aufbietet, wäre kaum auszuhalten. Anders als im Theater oder Kino ist das eigene Wohnzimmer der Ort, an dem man die Wiederkehr des Immergleichen nicht nur schätzen kann, sondern sie geradezu sucht. Dabei ist es egal, ob ein Schauspieler in immer wieder neuen Rollen oder über Jahrzehnte hinweg als ein und dieselbe Figur zu sehen ist, Hauptsache: ein vertrautes Gesicht.



Aber machen wir uns nichts vor: Ebenso in der Natur des Mediums liegt es, dass niemand eine Lücke hinterlässt. Die rüde Redens­art «Aus dem Auge, aus dem Sinn» erfüllt sich im Fernsehen ganz buchstäblich. Weshalb es gilt, Abschied zu nehmen, solan­ge man die Figur noch in Aktion sehen kann. Zum Beispiel diesen Monat von Dr. Carter, Arzt in der Notaufnahme eines Krankenhauses in Chicago, gespielt von Noah Wyle in der Serie «Emergency Room», die Pro 7 mit Unter­brechungen seit knapp zehn Jahren zeigt.
 

Auseinander gealtert

Carter, zuerst noch ohne Doktortitel, war von Anfang an dabei. Von der Originalbesetzung ist er der einzige, der bis heute durchgehalten hat. Die anderen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Februar 2006
Rubrik: Medien/TV, Seite 65
von Barbara Schweizerhof

Vergriffen
Weitere Beiträge
Party für Patty

Die Mitglieder der «Symbionese Liberation Army» (SLA) fühlten sich wie Robin Hood. Ob der gute Mensch und Bogenschütze aus den Tiefen des Sherwood Forest allerdings Mitglied der US-amerikanischen Westküstengang hätte sein wollen, darf bezweifelt werden. Wir befinden uns in den siebziger Jahren. Man gab sich linksradikal, überfiel Banken und forderte Lebensmittel...

Der Spieler und die Knacksdame

Keinem deutschen Theatermann wur­den nach Max Reinhardt und Bertolt Brecht so viele Bücher, Studien, Bildbände, Ausstellungen und Filmporträts gewidmet wie Gustaf Gründgens. Ob als Snob, zwielichtiger Ganove, disziplinierter Staatsintendant, mephistophelischer Anarch beim Tanz auf dem Vulkan, fürsorglicher Ensemble­chef – alles Schillernde verwandelte sich in...

Manische Camp-Fantasien

In Deutschland haben Musicals eine üble Reputation. Wer erinnert sich nicht mit Schaudern an den Wahnsinn der Neunziger, als Busladungen voll Touristen sich in Hamburg und Düssel­dorf schaurige «Cats»-Inszenierungen anschauten und Andrew Lloyd Webber mehr Schaden an der kulturellen Identität der Deutschen anrichtete als alle Zonen-Gabi-Poster und die Popband Ace of...