Der Spieler und die Knacksdame
Keinem deutschen Theatermann wurden nach Max Reinhardt und Bertolt Brecht so viele Bücher, Studien, Bildbände, Ausstellungen und Filmporträts gewidmet wie Gustaf Gründgens. Ob als Snob, zwielichtiger Ganove, disziplinierter Staatsintendant, mephistophelischer Anarch beim Tanz auf dem Vulkan, fürsorglicher Ensemblechef – alles Schillernde verwandelte sich in seinem Fall zur legendären Lichtgestalt. Keiner seiner vielen geschickten Kompromisse schadete seiner Beliebtheit.
Gesunden Machtinstinkt, Eitelkeit, Intelligenz, Hilfsbereitschaft, spielerisches Kalkül wusste er letztlich immer in Einklang zu bringen. Ein «glücklicher» Mensch war er allerdings nicht. Er hoffte, wenigstens noch im Alter lernen zu können, «wie man lebt», denn die Genugtuung eines «erfüllten Daseins» blieb ihm verwehrt.
Leben in den Extremen
Noch immer scheinen nicht alle Aspekte seines Lebens in den Extremen genügend erörtert und ausgeleuchtet, noch immer werden Antworten auf die Gründe für seinen ungebrochenen Erfolg bei den regierenden Politikern nicht weniger als beim Publikum sowohl in der Nazizeit als auch in der Bonner Republik unter Konrad Adenauer gesucht. So hat jetzt Carola Stern in ihrem letzten ...
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