Chronik des Feuers
Am Anfang war das Feuer. Die Idee. Ein Waldbrand. Was geschieht, wenn Menschen mit archaischen Zuständen konfrontiert werden? Unvermittelt. Ungeschützt. Schon in ihrem Stück «Monsun» hat Anja Hilling am Ende die Fotografin Melanie in Vietnam einem ununterbrochenen Regen ausgesetzt, der alle Reste der Zivilisation fortspült und sie damit auf sich selbst zurückwirft. In ihrem neuen Stück «Schwarzes Tier Traurigkeit», das sie für das Schauspiel Hannover schrieb, treibt sie diesen Gedanken weiter und setzt sieben Menschen einer apokalyptisch anmutenden und auswegslosen Situation aus.
Erbarmungslos. Schockierend. Gleichzeitig berührend.
Es ist ein heißer Sommer. Wochenlang hat es nicht geregnet. Sechs Großstädter und ein Baby machen sich mit einem VW-Bus auf den Weg in die Natur. In den Wald, wo sie feiern, trinken, grillen, reden wollen. Von diesen vier Männern und zwei Frauen zwischen dreißig und Mitte vierzig mit kreativen Berufen, die wie die 31-jährige Autorin in Berlin leben könnten, «könnte man sagen, sie seien Freunde». Diese Andeutung des Erzählers, der sich hinter den Regieanweisungen verbirgt, klingt wie eine Drohung und stellt kurz und knapp die Fragilität des ...
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Theater heute Jahrbuch 2007
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 158
von Beate Heine
Zum Schluss plant einer sein Verschwinden. Er wird keine Spuren hinterlassen, keine Geschichte schreiben, sich unsichtbar machen. Niemand wird ihn vermissen, niemand wird nach ihm fragen, da er längst ausgeschieden ist aus dem System, das die Gesellschaft zusammenhält, aus den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhängen, die sie definieren.
Natürlich kennen wir...
Die Steuerquellen sprudeln wieder, und der Finanzminister ist kein armer Mann mehr. Damit sind die Voraussetzungen geschaffen, im Kulturbereich wieder umzusteuern. Nach über zehn Jahren des Sparens, Konsolidierens, Deckelns und Effizienzsteigerns besteht an den Öffentlichen Bühnen mehr als Nachholbedarf.
Eine Reportage von Franz Wille über das Quotendenken an den...
Auf der dänischen Insel Hven kann man eines der ältesten europäischen Observatorien besichtigen. Dort hatte der dänische Astronom Tycho Brahe (1546–1601) mit großzügiger finanzieller Unterstützung seines Königs über zwei Jahrzehnt astronomische Beobachtungen durchgeführt und mit seiner systematischen Himmelsforschung den Grundstein für das heliozentrische Weltbild...
