Kategorie Mittelstand
Zum Schluss plant einer sein Verschwinden. Er wird keine Spuren hinterlassen, keine Geschichte schreiben, sich unsichtbar machen. Niemand wird ihn vermissen, niemand wird nach ihm fragen, da er längst ausgeschieden ist aus dem System, das die Gesellschaft zusammenhält, aus den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhängen, die sie definieren.
Natürlich kennen wir sie, die Theorien über Kapitalismus, Globalisierung und das geschundene Individuum.
Wir wissen, dass der Mensch mit seiner labilen Psyche den ökonomischen und gesellschaftlichen Entwicklungen seiner Zeit hinterher hinkt und identifizieren Orientierungslosigkeit und Zusammenbruch mühelos als signifikante Zustände des modernen Individuums. Für das dritte Jahrtausend sind wir bestens gerüstet, wir Fachleute der Debatten um Beschleunigung, Regellosigkeit, Mobilität und Flexibilität.
Andreas Marber gelingt in seinem neuesten Stück das Kunststück, diese Themen zu vertiefen, indem er sie dem flachen Genre der Komödie zum Fraß vorwirft und eine grimmige Tragödie in den Menschen entzündet. In ihren Abgründen offenbaren sich Brutalität und Lächerlichkeit, Verlorenheit und Verletzlichkeit. Es bleibt ihnen nichts als Scheitern – an ...
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Theater heute Jahrbuch 2007
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 166
von Sonja Anders
Auf der dänischen Insel Hven kann man eines der ältesten europäischen Observatorien besichtigen. Dort hatte der dänische Astronom Tycho Brahe (1546–1601) mit großzügiger finanzieller Unterstützung seines Königs über zwei Jahrzehnt astronomische Beobachtungen durchgeführt und mit seiner systematischen Himmelsforschung den Grundstein für das heliozentrische Weltbild...
Wie das denn gehen solle, jammere ich der Freundin telefonisch ins Ohr – ein Geheimnis entschlüsseln, ein Rezept für Erfolg analysieren. Und nein, nein sagen, ginge in dem Falle gar nicht, schließlich wolle man vor der Herausforderung nicht kneifen, und es sei ja auch eine Ehre, und – stimmt – man fühle sich in seiner Eitelkeit geschmeichelt – und jetzt säße man...
Dimiter Gotscheffs «Perser»-Inszenierung hat es niemand leicht gemacht: Fast wäre sie im Deutschen Theater gar nicht herausgekommen, und auch bei der Auswahl des Theatertreffens mochte sich die Jury nicht zu einer Nominierung durchringen. Unsere Kritikerumfrage hält dagegen und wählt das Drama des Untergangs einer Großmacht zur Inszenierung des Jahres!
Christine...
