Bank oder Theater?
So viel sie in der öffentlichen Diskussion gescholten und gegeißelt werden, so beliebt sind sie seit Jahren als Sujet in Literatur, Film sowie auf den sich nach wie vor als gesellschaftskritisches Korrektiv verstehenden deutschsprachigen Bühnen: die Banken und ihr Personal als moralisch bestenfalls zweifelhafte Agenten eines entfesselten Kapitalismus, der sich aller Krisen und Protestbewegungen zum Trotz seit den 90er Jahren unangefochten behauptet.
Auch der aus Graz stammende, 1980 geborene Autor Johannes Schrettle, der in den letzten Jahren vornehmlich in der Freien Szene arbeitete, bedient sich dieses verbreiteten Sujets – und widersteht ihm zugleich. Er entwirft in «Die Kunden werden unruhig» einen im Bankenmilieu angesiedelten, kriminalspielartigen Plot, der nicht frei ist von parodistischen Zügen: Ein mittelständisches Geldhaus mit den üblichen Angestellten hat die üblichen Probleme und engagiert eine in solchen Fällen ebenfalls übliche Personalberaterin zu einer in vielen anderen Bereichen längst nicht mehr üblichen Gage.
Ein zweitägiges Coaching in einem abgelegenen Tagungshotel soll zur Optimierung der firmeninternen Kommunikationsstrukturen und der Lösung von ...
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Theater heute Jahrbuch 2013
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 181
von Hilko Eilts
TH Sie haben alle drei in den letzten Jahren ein Theater geleitet – bei Stefan Bachmann liegt es schon ein bisschen länger zurück –, und starten in Ihre jeweils zweite Intendanz. Neue Stadt, neues Theater, neues Publikum, neue Teams. Neues Glück. Erste große Frage: Was wollen Sie beim zweiten Mal anders machen?
Stefan Bachmann Bei mir ist offensichtlich, dass...
Es war ’ne doofe Idee. So ’ne typische Journalisten-Idee. Jetzt stapft Sandra Hüller mit energischen Schritten, die Silhouette schwankt leicht von links nach rechts, auf den Max-Joseph-Platz zu. Da, wo die Münchner Maximilianstraße ihren Anfang nimmt. Die weltberühmte Modemeile.
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Jalta? Verdammt, was war das noch? Traumhafte Kulisse, perfektes Welttheater. Was 1943 auf der Teheran-Konferenz arrangiert und 1945 in Potsdam umgesetzt wurde – in Jalta wurde schon mal darauf angestoßen. Ein Intermezzo, ein Treffen der «Großen Drei» bei kaukasischem Champagner. Ein PR-Coup Stalins, den Blick klar auf eine neue Weltordnung gerichtet. Diese hielt...
