Aus der Welt gefallen

Ulrike Syhas «Der Passagier», Martin Heckmanns’ «Wörter und Körper» und «Mala Zement­baum» von Armin Petras und Thomas Lawinky suchen nach Zusammenhalt

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Die Angst, aus dem Zusammenhang zu fallen, plötzlich in der Luft zu hängen, fremd im eige­nen Leben, ist wohl eines der am besten verdrängten und doch mächtigsten Traumata unse­rer hypervernetzten Gesellschaft. Wie besessen klam­mern wir uns an die Fetische der totalen Kommuni­kation, wollen ständig online und erreichbar sein, doch hinter all dem lauert die latente Furcht, aus dem Netz zu fallen, zurückgeworfen zu sein auf die eige­ne schmächtige Existenz jenseits sozialer Auffangsysteme wie Familie, Beruf oder Freundeskreis.

Das Gegenteil davon wäre der totale Rückzug von der Außenwelt, der Vollzug des Ausschlusses in voraus­eilendem Gehorsam sozusagen. Im Japanischen gibt es sogar ein Wort dafür: «Hikikomori» bedeutet sich einschließen, sich zurückziehen und bezeichnet gleichzeitig Menschen, die über einen längeren Zeit­raum hinweg den Kontakt zur Gesellschaft auf ein Minimum reduzieren. Offiziell spricht das japanische Gesundheitsministerium von 50.000 Fällen, die Dun­kelziffer dürfte beim Zehn- bis Zwanzigfachen liegen.

Auch wenn es hierzulande noch keinen offiziel­len Namen für diese Einsiedler der Neuzeit gibt, im neuen deutschen Drama erfreuen sie sich als Repräsentanten ...

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Theater heute April 2007
Rubrik: Neue Stücke, Seite 37
von Silvia Stammen

Vergriffen
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