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Kassel, Staatstheater: Noah Haidle «Lucky Happiness Golden Express»

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Ein Mann liegt im Sterben. Im 20. Stock eines anonymen Krankenhauses halten seine Tochter und ihr Ehemann Totenwache. Während ihr Mann (Bernd Hölscher) stur auf den Fernseher an der Zimmerdecke starrt, erklärt die Tochter (Christina Weiser), warum man dem Sterbenden ein wenig helfen solle. Ein schneller Tod wäre für alle Beteiligten das Beste, es gibt da eine Lebensversicherung. Und der unkontrolliert brabbelnde Alte (Jürgen Wink) würde ja sowieso nichts mehr von alledem mitbekommen.

Nicht wie seine Tochter für ihn betet, und auch nicht, wie seine ebenfalls nicht mehr ganz taufrische Frau (Karin Nennemann) ins Zimmer geeilt kommt und sich vor den erschrockenen Töchtern noch einmal zu ihm ins Bett legt – und ihn küsst. 

Wie das Drehbuch zu einer neuen HBO-Fernsehserie liest sich Noah Haidles Text mit dem sperrigen Titel «Lucky Happiness Golden Express». Die Dialoge sind klar gesetzt, die Dramaturgie ist eine Abfolge von eindeutig verorteten Szenen, die Amerikaner arbeiten auf dem Theater mit einer Art von Realismus, die wir inzwischen nur noch aus dem Fernsehen kennen.

Wie für den Bildschirm erzählt auch der Kasseler Intendant Thomas Bockelmann den Text. Als die Eröffnungsszene im ...

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Theater heute November 2013
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Alexander Kohlmann

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