Viel Theater um nichts
Eigentlich wollte Carsten Lusch endlich Schluss machen. Nachdem er sich zuletzt ein Haus von einem Bauunternehmer schenken ließ, ist seine Karriere als Energieminister passé. Ein Journalist, mit dem dann auch noch seine Frau durchbrannte, hat die korrupten Seilschaften aufgedeckt. Nun sitzt der gestrauchelte Phrasendrescher hinter der Glanzfassade seines schmucken Hauses zwischen Stereotürmen und Retromobiliar, hält sich die Pistole an den Kopf und wartet noch auf das letzte Abenteuer seines zusammengestürzten Bilderbuchlebens: eine Prostituierte.
Jordi Galcerans Stück «Adieu, Herr Minister», das derzeit in der deutschsprachigen Erstaufführung am Staatstheater Darmstadt zu sehen ist, beginnt als bissige Persiflage auf einen moralisch maroden Politikbetrieb. Über der persönlichen Tragödie gaukelt netter Sprachwitz, und auch Andrea Thiesens Akteure geben ihr Bestes. Doch aller Slapstick kann einen schwachen Text kaum retten. Denn was als Satire beginnt, versickert im Klamauk.
Geradezu schicksalhaft schneit Handelsvertreterin Sonja (Gabriele Drechsel) wie ein rettender Engel in das Interieur des Suizidgefährdeten (Matthias Kleiner), lässt sich nicht abwimmeln und entpuppt sich als ...
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Theater heute November 2013
Rubrik: Chronik, Seite 54
von Björn Hayer
TH Zunächst mal Kompliment, Herr Schmitz. Schweren Herzens müssen wir Sie loben. Der Kulturhaushalt in Berlin soll 2014 knapp 378 Millionen Euro umfassen, das ist ein Zuwachs von 2,7 Prozent; 2015 steigt er auf 396 Millionen, das sind sogar 4,3 Prozent plus. Darin eingeschlossen sind Tariferhöhungen – nicht bei allen Institutionen, aber bei vielen, so dass hier die...
Als Regisseur verkörperte er die seltene Dreieinigkeit: Schauspiel, Oper und Film, und er war liebend gern auch Schauspieler. Er erlaubte sich – mit angelsächsischer Unbefangenheit und preußischer Disziplin –, einfach Künstler zu sein.
Er begann, noch als Wunderkind, zu inszenieren, mit 15 am Pariser Elite-Gymnasium Louis Le Grand. Mit 22 leitete er ein eigenes...
Mit dieser Rede hätte er sich den Rest gegeben, wäre nicht ohnehin schon alles verloren und Dantons Tod längst ein abgekartetes Spiel der jakobinischen Tugendmafia. Der niederländische Film- und Bühnenstar Pierre Bokma bürstet die Titelrolle in Johan Simons’ Büchner-Inszenierung zur Spielzeiteröffnung an den Münchner Kammerspielen ganz gewollt gegen den Strich: als...
