Gedankenspiele und Körperfragen
Mit dieser Rede hätte er sich den Rest gegeben, wäre nicht ohnehin schon alles verloren und Dantons Tod längst ein abgekartetes Spiel der jakobinischen Tugendmafia. Der niederländische Film- und Bühnenstar Pierre Bokma bürstet die Titelrolle in Johan Simons’ Büchner-Inszenierung zur Spielzeiteröffnung an den Münchner Kammerspielen ganz gewollt gegen den Strich: als depressive Jammergestalt mit Motivationsblockade und Realitätsverlust.
Bei seinem Verteidigungsauftritt vor dem Revolutionstribunal ist nicht einmal mehr der Schatten des rhetorischen Charismatikers zu erahnen, stattdessen brabbelt ein weinerliches Wrack schluchzend vor sich hin, das sein eigenes Gekritzel selbst mit Brille kaum entziffern kann. Revolutionen entstehen vielleicht im Kopf, doch letztendlich sind sie vor allem auch eine Sache des Körpers. Wenn die Nerven im entscheidenden Moment versagen, bleibt eben auch der Rest auf der Strecke.
Als Georg Büchner Anfang 1835 gerade mal 21-jährig das Drama «Dantons Tod» verfasste, musste er selbst jeden Moment mit seiner Verhaftung rechnen. Die Gründung einer geheimen «Gesellschaft für Menschenrechte» und die Veröffentlichung des «Hessischen Landboten» mit dem ...
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Theater heute November 2013
Rubrik: Aufführungen, Seite 6
von Silvia Stammen
Aachen, Grenzlandtheater
4. LaBute, Tief in einem dunklen Wald
R. Anja Junski-Setzer
Aachen, Theater
14. Mann, Mario und der Zauberer
R. Stefan Rogge
15. Preußler, Die kleine Hexe
R. Dora Scheider
Aalen, Theater der Stadt
13. Yolcu nach Andersen,
Die Schneekönigin (U)
R. Yüksel Yolcu
23. Roger-Lacan, Der Krawattenklub
R. Tina Brüggemann & Tonio Kleinknecht
Annaberg,...
In der Nacht zum fünfzehnten August, etwa ein Monat vor seinem Tod, erzählte mir Otto Sander im Traum, daß sein erster Auftritt in der darstellenden Kunst bereits 1941, kurz nach seiner Geburt, stattgefunden habe. An der Seite des damals berühmten Paul Kemp sei er in den Anfangssequenzen eines Ufastreifens das schreiende Baby, ein Findelkind, gewesen, das den...
Vor das Entree der Bochumer Jahrhunderthalle schiebt sich wie ein Keil ein zehn Meter hoher schmaler, lichtweißer Treppenbau, der gleich von den Besuchern bunt besetzt wird. Die von Mischa Kuball entworfene Frei- und Showtreppe sorgt gewissermaßen für eine Umkehrung der Verhältnisse. Nicht Stars und Künstler absolvieren auf dieser «Agora Arena» ihren Auftritt,...
