Große alte Männer
Wie humorlos. Eine «Machtdemonstration der ganz zynischen Art» sieht die gutbürgerliche «Neue Zürcher Zeitung» in Klaus Wowereits hartnäckigem Festhalten am Berliner Bürgermeisterstuhl, obwohl er doch als Aufsichtsratschef der Berliner Flughafengesellschaft die Verantwortung für milliardenschwere Fehlplanungen trägt. Gar «Schlawinerhaftigkeit, Selbstüberschätzung und Gleichgültigkeit gegenüber Fakten» wollen die soliden Schweizer Leistungsethiker beobachtet haben.
Wie ungerecht.
Seit wann treten Berliner Lokalpolitiker aus Verantwortungsgefühl zurück? Die deutsche Hauptstadt hat sich – Lob des Föderalismus – seit der Wende hartnäckig einen erfrischenden Hauch Provinzialismus erhalten. Und wer sich wie Wowereit seit über zehn Jahren aufopferungsvoll durch Parteigremien gesessen, Empfänge gesäuselt und Wahlkämpfe charmiert hat, hat doch etwas Bestandsschutz verdient. Schlimm genug, dass er nun durch seine Airport-Pannen ein «politischer Zombie» (ebenfalls «NZZ») geworden ist, dessen Zukunftsperspektiven gegen Null tendieren. Womit soll Wowereit denn seine Tage zubringen, wenn er nicht mehr bürgermeistern darf?
Ein bisschen mehr Mitgefühl haben ausgediente ältere Herren schon ...
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Theater heute Februar 2013
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Franz Wille
Ein eindeutiger Fehler ist es, im Bett zu fragen, was der Liebhaber denn so denke. Könnte nämlich sein, dass er ehrlich antwortet: «Eigentlich denke ich immer nur an deine Scheide.» Gut, auf empörte Nachfrage, ob das wirklich alles sei, differenziert der Mann (Samuel Weiss), manchmal denke er auch an Augen, Brüste, Schulterblätter, aber eigentlich läuft es doch...
Die Bühne der «Great Mongolian Show» steht seit geraumer Zeit verlassen. Neben der verblassten Leinwand-Steppe haben es sich die drei dazugehörigen Mongolen mit einem Fläschchen Sekt gemütlich gemacht und trotzen jedweder Erwartungshaltung des Publikums aufs Entspannteste. «Gebt den Anderen doch auch mal die Chips!», sagt die Mongolin schließlich. Mit...
Eigentlich ein ganz sympathischer Gedanke: Was die Welt im Innersten zusammenhält ist – nichts. Hinter und zwischen den Menschen, Dingen und Verhältnissen regiert kein verborgener Zusammenhang oder sonstige Bestimmungen höherer oder tieferer Art, sondern der reine Zufall. Und wer doch ein bisschen Großstruktur und Zielrichtung braucht, muss äußerst bescheiden...
