Gesetz ohne Regel

Kann, ja muss man Russland und seinen neuen schwulen­feindlichen Gesetzen fernbleiben? Eine Aufklärung

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Weißt du womit ich mich neuerdings beschäftige?», fragte ein Freund, der für ein Moskauer Theaterfestival arbeitet. «Ich schreibe den Eingeladenen. Ich überrede sie, nach Moskau zu kommen. Der eine ist schwul, und ein anderer auch … Ich muss denen erklären, dass man dafür in Russland weder verprügelt noch eingesperrt wird, und dass wir hier nicht alle homophob sind, und dass man unserer Rechtsetzung nicht zu viel Beachtung schenken sollte. Ich habe die Schnauze voll – keine Kraft mehr.

»

Wem auch immer dieser Stoßseufzer galt – den Abgeordneten der Staatsduma, die idiotische Gesetze annehmen, oder den verständnis­losen Gays aus dem Westen – war mir nicht ersichtlich. Aus Freundlichkeit habe ich Mitgefühl gezeigt und mit dem Kopf geschüttelt.

Am nächsten Tag rief Dascha an. Sie ist die Managerin des NET-Festivals, dessen Art-Direktorin ich bin.

«Marina, es gibt ein Problem», sagte Dascha. «Das ‹King Size›-Gastspiel von Marthaler steht auf der Kippe.»

«Was? Warum?»

«Die haben da einen Schauspieler, Nikola. Er weigert sich, nach Moskau zu kommen wegen unserer gay-feindlichen Gesetze. Wir müssen etwas unternehmen. Ihn überreden ... Bitte denken Sie sich was aus!»

In Gedanken begann ich, ...

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Theater heute November 2013
Rubrik: Ausland, Seite 34
von Marina Davydova

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