Die Logik der Hohlformeln

Kommunikationsdesign ohne Selbsterkenntnisstocken: Felicia Zellers «Die Welt von hinten wie von vorne», uraufgeführt in Mannheim

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Kleine Stilblütennachlese aus dem jüngsten Bundestagswahlkampf: «Wachstum braucht Weitblick.» «Die Mitte entlasten.» «Wir bringen neue Energie.» Das mittlere Elaborat stammt – falls jemand Schwierigkeiten mit der Parteiendifferenzierung haben sollte – von der FDP.

Hätten sich Rainer Brüderle und Philipp Rösler im Vorfeld mit der PR-Agentur «Mover und Shaker und Partner» in Verbindung gesetzt, wäre ihnen ihr historisches Wahldesaster mit Sicherheit erspart geblieben.

Denn in dieser Topetage des «Meinungsdesigns» werden die mit Abstand erfolgreichsten Phrasen ge­droschen, die das umtriebige Business für «üb­le Nachrede, Schaumschlägerei und sonstige Spin-Doktoren-Rezepte» landesweit zu bieten hat: Deutschland bewegen. Leben als Wandel begreifen. Oder: Frauen miteinbinden – was ja, gelesen auf der Dirndl-Gate-Folie, für Rainer Brüderle tatsächlich wie geschaffen wäre. Obwohl: Wahrscheinlich hätte die grunddynamische Kreativ- und Strategiedirektorin Sandra Ardnas im Falle des FDP-Debattenaus­sitzers eher ein konträres Kommunikations­designpaket geschnürt. Zum Beispiel: «Dar­über müssen wir reden.» Denn: «Authentisch ist vom Tisch.»

Die Erkenntnis, dass es sich hinter dem ...

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Theater heute November 2013
Rubrik: Aufführungen, Seite 24
von Christine Wahl

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