Der Anti-Ideologe
Peter Urban, 1941 in Berlin geboren, in Halle (bis 1957) und in Oberbayern aufgewachsen, lernte in der Schule als erste Fremdsprache Russisch, studierte nach dem Abitur Slawistik, Germanistik und Geschichte in Würzburg und in Belgrad. Von 1966 bis 68 arbeitete er als Lektor für slawische Literaturen im Suhrkamp Verlag, aus dem er im Streit um eine mehr Mitbestimmung zulassende Verlagsverfassung zusammen mit den Kollegen Walter Boehlich, Karlheinz Braun und Urs Widmer ausschied, um dann 1969 den genossenschaftlich betriebenen Bühnenverlag der Autoren mitzubegründen.
Diesem Unternehmen verhalf er wesentlich mit seinen viel gespielten Neuübersetzungen der Stücke Anton Tschechows zu einem soliden Standbein. Nach einem Intermezzo als Hörspieldramaturg am WDR in Köln arbeitete er als Lektor und einer der Geschäftsführer des Verlags der Autoren in Frankfurt am Main, um sich dann ab 1989 ausschließlich als freier Schriftsteller, Übersetzer und Herausgeber zu betätigen, vor allem für die Verlage Diogenes, Haffmanns und Katja Wagenbachs Friedenauer Presse. In dem abseits gelegenen Weidmoos im Vogelsberg entdeckte er das für ihn passende Bauernhaus, wo er sich mit seinen Schreibtischen, ...
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Theater heute Februar 2014
Rubrik: Magazin: Nachruf, Seite 71
von Klaus Völker
Diese auch im Umfang weit ausholende Studie begibt sich in die osteuropäische Theaterwelt der siebziger und achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Moskau und Leningrad, Budapest und Warschau, Prag und Sofia, das sind die Theaterhauptstädte jener 1989/90 endenden Epoche, in der die meisten Theater als Staatsbetriebe geführt und versorgt wurden, dafür aber – je...
Er heißt Harry und ist einer jener Helden, denen alles misslingt und die trotzdem ganz optimistisch wirken. Seine Frau starb vor Kurzem an Krebs, die Tochter zieht sich zunehmend zurück, und es sieht so aus, als wolle sie dem Großpapa den Enkel vorenthalten. Warum das so ist, erfahren wir etwas später: Die Tochter leidet an Depressionen und gab ihr Kind fürsorglich...
Natürlich ist es eine gute Idee, die klügsten Leute von Zürich ans Theater zu binden und sie mit einer guten Flasche Wein auf die Bühne zu setzen und reden zu lassen. Den Psychoanalytiker Peter Schneider etwa, als radikaler Kolumnist im Radio und in allerlei Schweizer Zeitungen zuhause und ein gewitzter Causeur sondergleichen. Dieser Peter Schneider sitzt jetzt...
