Nonstop Nonsens
«Nullzeit», da ist sich Jola sicher, «ist die Zeit, die man unter Wasser verbringen darf.» Was so nicht stimmt, weshalb Tauchlehrer Sven sofort korrigiert: «Nullzeit ist die Zeitspanne, die ein Mensch in bestimmter Tiefe tauchen kann, ohne sich bei der sofortigen Rückkehr an die Oberfläche einen runterzuholen.» Äh, Moment. Das war jetzt ein Freudscher Versprecher, hihi. Sie: klimper klimper. Er: starr, glotz, stotter.
Fernsehsternchen Jola ist mit ihrem Macker Theo nach Lanzarote gereist, um bei Sven und Antje tauchen zu lernen, für ein Casting für die Rolle der Tauchpionierin Lotte Hass. Die Amour fou, die sich da bald zwischen Jola und Sven entwickelt, mündet im Roman von Juli Zeh in einen mörderischen Thriller-Strudel. Die Bühnenfassung von Bernhard Studlar, der auch schon Zehs «Spieltrieb» adaptierte, macht sich daraus einen flotten Inselurlaubsspaß. Und Sebastian Kreyer inszeniert nach dem «Wenn schon, denn schon»-Prinzip: nonstop Nonsens.
Alles ist Parodie: Sven und Antje geben die Animationsdödel vom Dienst («Wir duzen uns hier alle») und vertanzen die Hausordnung zu «La Isla Bonita». «Heiß! Heiß! Heiß!», tischt Antje die, ähem, Salatschüssel auf. Später tritt sie verkleidet ...
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Theater heute Mai 2014
Rubrik: Chronik, Seite 55
von Vasco Boenisch
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