Im Rausch der Selbstbezüglichkeit

In der elften Ausgabe des Festivals 100 Grad Berlin hinterfragte die Freie Szene vor allem ihre Identität

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Der Auftakt der mitternächtlichen Gala ließ auf eine zügige Vergabe der Jury- und Publikumspreise hoffen. «I don’t wanna talk / About things we’ve gone through», versprach Moderatorin Bettina Grahs sang- und klanglos.

Doch die Hoffnung, die Abbas Scheidungs-Hit «The Winner Takes It All» geweckt hatte, wird schnell vom nächsten Musikschnipsel enttäuscht, der weitere Verzögerungen befürchten lässt: «When will I / Will I be famous?»

Quantitativ befindet sich der Berühmtheits-Beschleuniger «100 Grad Berlin» auch in seiner elften Festival-Ausgabe mit über 150 genreübergreifenden Tanz-, Theater- und Performance-Formaten in vier Tagen und einem Durchlauf von 3.600 Zuschauern noch im Wachstum. Neben zahlreichen Spielorten im HAU-Kombinat und den sophiensaelen fuhr der Festival-eigene Shutt­le erstmals auch das Ballhaus Ost an, wo man sich fundamentalen 100-Grad-Prinzipien – der möglichst umfassenden Überforderung des Publikums durch Überangebot und Reizüberflutung – allerdings verweigerte: Parallel zu einer Aufführung wurde nur die mobile Sauna-Einheit im Innenhof betrieben. Auch viele dem Nachwuchs-Festival entwachsene Künstler der Freien Szene in Berlin konnten die Kuratoren-Dichte ...

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Theater heute Mai 2014
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Anja Quickert

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