Die Monster-Mach-Maschine
In fast jedem Science-Fiction-Film gibt es eine verstörende Szene, in der ein freundlicher und bis dahin unverdächtiger Kollege oder Mitarbeiter durch ein kleines Detail als Roboter, Replikant oder Androide geoutet wird. In Ridley Scotts «Alien»-Film ist es der ruhige und zurückhaltende Wissenschaftler Ash, der, als er seine Mission, das Monster zur Erde zu bringen, in Gefahr sieht, plötzlich anfängt zu schwitzen. Doch statt klarer Schweißtropfen läuft dem perfiden Doktor ein dickliches Rinnsal milchiger Flüssigkeit die Schläfe herunter.
Was eben noch vertraut war, wird plötzlich unheimlich. Das kleine verrückte Detail nimmt die Spur von etwas anderem auf, das wir noch nicht begreifen können. Wo rotes Blut aus den menschlichen Adern tritt, spritzen aus dem Doktor hohe Fontänen giftiger weißer Brühe, als wolle er mit dem Bösen die ganze Welt besamen.
In Meg Stuarts neuestem Stück, das den vielsagenden Titel «Replacement» trägt, geschieht Vergleichbares ungefähr in der Mitte des Abends. Die Tänzerin Kotomi Nishiwaki sitzt hinter einem Tisch an der Rampe der Berliner Volksbühne und haucht die Namen von Süßigkeiten ins Mikrofon, wäh-rend schräg hinter ihr ein Video läuft, auf dem ein ...
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