Freiheit, auch nur ein Wort

Schiller «Räuber!»

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Mannsbilder sind ja so hirnverbrannt. Müssen dauernd imponieren. Am meisten sich selbst. Brauchen Feinde, auf dass sie kämpfen, schlachten, sterben können. Es macht also durchaus Sinn, dass Schillers «Räu­ber!» – denen Regisseur Stephan Rottkamp für seine Freiburger Fassung ein todschickes Ausrufezeichen angedichtet hat – dass diese Räuber eingangs lang und stumm und möglichst actionfilmreif in den Saal starren, als sei der Showdown nahe. Noch seid ihr sauber, Desperados.

Franz Moor ist kein Mannsbild. Nicht in diesem Räuberstück.

Hans-Jochen Wagner gibt den Franz als weinerlichen Rollkragenintriganten. Einer, der beim verkalkten Papa (Jürgen Stößinger als Graf von Moor) das Sofa hütet und sich klaglos ohrfeigen lässt wie ein Achtjähriger. Der sich nichtsdestotrotz darauf versteht, dem Greis Gemütsgift einzuträufeln. «Nicht füttern» kritzelt Franz vor seinen unschuldweißen Wohnverschlag im Souterrain der Bühnenschräge, bevor er sich fürs Publikum auf der Mo­no­logcouch offenbart.

Szenenwechsel. Sitzen zwei Studenten beim Besäufnis. Sagt der eine: «Prost Moritz». Entgegnet der andere: »Prost Karl». Symbiotisch kippen sie sich eine hochprozentige Zündkerze nach der anderen in die ...

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Theater heute Februar 2006
Rubrik: Chronik, Seite 39
von Stephan Reuter

Vergriffen
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