Ein winziges Vielleicht
Mann trifft Frau, Frau trifft Mann. Paar Blicke hin, paar Blicke her, alles klar, du bists, wir sinds. Für heute, für morgen. Vielleicht für ewig und drei Tage. So muss sich das zugetragen haben, einst, als ein paar Blumenkinder die Liebe befreiten und ein Signal der Brunftbereitschaft selten verpasst oder missdeutet wurde. Muss lange her sein. Jedenfalls bevor Jon Fosse Theaterstücke schrieb und darin das älteste Begehren der Welt am Rande der Unmöglichkeit verkümmern ließ.
Nun weht Fosses «Winter» frostig durchs Basler Schauspielhaus.
Ein Zweipersonenstück für Namenlose. Für Frau und Mann: Katja Reinke und Michael Neuenschwander. Den beiden bleibt eine schauspielerische Sternstunde lang Zeit zu zeigen, was Menschen im Endstadium der emotionalen Entfremdung so an Zuneigung zu bieten haben: Liebe ist, wenn sie ankommt und er davonstürmt. Wenn sie du sagt, aber sich meint. Liebe ist, was er kauft und sie entäußert. Kurz: Sie ist nicht da, diese Liebe. Auch wenn der Mann, auch wenn die Frau auf sie warten, bleibt sie zuverlässig abwesend. Und dabei Objekt flüchtiger Sehnsucht. Ganz Godot.
Schon Jossi Wielers deutschsprachige Erstaufführung in der Zürcher Schiffbaubox trat den ...
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Ganz am Schluss heißt es plötzlich im Programmheft: «ja / ja / ja / ja / ja / jajaja / ja / ja / ja / ja / ja / ja / jaaa / mein Gott / ist das geil». Der Titel des Gedichts (bitte laut lesen): «Im Bett», der Autor: Rainald Goetz. Dass diese rundum begeisterten Zeilen der deutschen Popdichterikone, dass diese nackte Affirmation hinter Max Frisch, Sigmund Freud,...
Da war ein Bub aus Graz, der war anders als die Absolventen der Ernst-Busch-Schule, nicht so technisch versiert, seiner selbst gewiss und mordsmäßig perfekt, erzählt über Christoph Luser ein Schauspieler – Österreicher wie er und mit ihm eine Zeitlang im Ensemble des Düsseldorfer Schauspielhauses. Ältere Kollegen habe er tatsächlich wahrgenommen und sei ihnen...
Für das Theater zu schreiben, ist ein eigenes Ding, und wer es nicht durch und durch kennet, der mag es unterlassen», meinte Goethe am 4.2.1829 zu Eckermann. Diese Maxime ließe sich leicht in «für das Theater zu übersetzen» umformulieren, und leider ist sie noch zutreffender, wenn es um das Schreiben über Theaterübersetzungen geht. Allzu oft gewinnt man den...
