«Die U-Bahn war bumsvoll»
Für das Theater zu schreiben, ist ein eigenes Ding, und wer es nicht durch und durch kennet, der mag es unterlassen», meinte Goethe am 4.2.1829 zu Eckermann. Diese Maxime ließe sich leicht in «für das Theater zu übersetzen» umformulieren, und leider ist sie noch zutreffender, wenn es um das Schreiben über Theaterübersetzungen geht.
Allzu oft gewinnt man den Eindruck, die Verfasser von Büchern oder Aufsätzen zu diesem Thema seien kaum informiert über die Modalitäten der Zusammenarbeit von Übersetzern und Bühnenverlagen sowie die Bedingungen, unter denen eine Produktion entsteht. Das trifft selbst auf Brigitte Schultze zu, die am Sonderforschungsbereich «Die literarische Übersetzung» der Universität Göttingen die in Deutschland wohl bisher umfassendsten Recherchen auf diesem Gebiet betrieb. In einem Überblick zur Theorie der Dramenübersetzung seit 1960 bezieht sie sich in der Zeitschrift «Forum Modernes Theater» auf französische Regisseure wie Jacques Lasalle oder Antoine Vitez und den Theaterwissenschaftler Patrice Pavis, die behaupten, die ideale Übersetzung sei bereits auf eine bestimmte Inszenierung hin gedacht.
Obwohl Schultze einräumt, im Theateralltag könne dies nur die ...
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