vanesa aibar

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Zum ersten Mal sah ich Vanesa Aibar 2012 in Madrid bei der 21. Spanish Dance and Flamenco Choreography Competition in ihrem Solo «Era Silencio» tanzen. Alljährlich scheint es bei diesem Wettbewerb ein oder zwei Teilnehmer zu geben, die die restlichen Kandidaten überstrahlen. Diesmal war das in meinen Augen ganz klar: Vanesa Aibar. Und zwar nicht nur wegen ihrer tadellosen Flamenco-Könnerschaft, sondern auch dank der einzigartigen Poesie und Wahrhaftigkeit ihrer Choreografie.

Eine der wichtigsten Flamenco-Tänzerinnen der Wende zum 20.

Jahrhundert, Juana Valencia Rodriguez, stand Patin für «Era Silencio». Ihr Spitzname war La Sordita, «das kleine taube Mädchen» – tatsächlich war sie nicht völlig gehörlos und verfügte über ein untrügliches Rhythmusgefühl. Mit einer meisterlichen Kombination aus ausdrucksstarker Choreografie und kreativer musikalischer Regie ist Vanesa Aibar gelungen, woran schon viele etablierte Choreografen scheiterten: allein mittels Bewegung und Musik eine kunstvolle Geschichte zu erzählen – in diesem Falle die einer Tänzerin, die ihr Gehör verliert. Eine Reihe von Fächern, einer stets kleiner als der vorige, symbolisiert nicht ohne Humor die fortschreitende ...

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Tanz Jahrbuch 2015
Rubrik: die hoffnungsträger, Seite 157
von Justine Bayod Espoz

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