ins tiefe dunkel
In einem Interview zu meinem letzten Stück «Now I Lay Me Down» fragte mich die Gesprächspartnerin: «Holen Sie mit Ihren Arbeiten in lichtlosen Räumen durch die Hintertür die Große Oper zurück?» Ich war total verblüfft, verstand zunächst gar nicht, warum eine musikalische Performance – in dem Fall ohne Gesang – in einem lichtlosen Raum «Große Oper» sein sollte: «Große Oper», die Verbindung aller Künste in meist monumental inszenierten aufwändigen Bildern! Was hatte das mit meinen intimen Choreografien von Musikstücken inmitten von liegenden Menschen zu tun?
Me
ine Einführung in die Oper erfolgte durch Wagners «Lohengrin» mit Musicalstar, Rocksänger und Heldentenor Peter Hofmann an der berühmten Metropolitan Opera in New York. Der Besuch verdankte sich der liebevollen elterlichen Idee, uns – Sprösslinge einer ansonsten wenig musikgeneigten Familie – auf allerhöchstem Niveau mit dem Musiktheater bekannt zu machen. Ich war ungefähr zwölf Jahre alt, mitten in der Pubertät, ich hatte Not mit Pickeln und den wachsenden körperlichen Attributen einer Frau, die ich noch nicht kannte und mit denen ich gar nichts anzufangen wusste. Ich war verwirrt von überwältigenden Emotionen und dem Gefühl, ...
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Tanz Jahrbuch 2015
Rubrik: Sinne, Dramen, Klang, Seite 87
von Sabrina Hölzer
Noé Soulier, Sie gelten als junger Überflieger, lernten zuerst Ballett, gingen dann an die Ausbildungsschule P.A.R.T.S. nach Brüssel und studierten gleichzeitig Philosophie. Warum interessieren Sie sich für Ballett? Im Ballett wird Emotion von Bewegungen ausgelöst, hinter denen eine Technik steht, die Teil einer Systematik ist. Es scheint mir interessant zu sein,...
ist ein Riesentalent, ausgestattet mit viel Theatererfahrung und einem Körper von immenser Spannkraft. Geboren in Frankreich, kam er 1998 im Alter von 18 Jahren nach Montreal, wo er zunächst die Zirkuskünste, dann Ballett und zeitgenössischen Tanz erlernte. Ihm zuzuschauen, ist das reine Vergnügen, auch weil er sich rückhaltlos in jedes Projekt hineinwirft, das...
Sie wirkt meist zart und zurückhaltend. Aber sobald sie auf der Klaviatur einer «Kameliendame» spielt, blitzen Sinnlichkeit und Erotik auf
Auf den ersten Blick ist sie unscheinbar zart. Sobald aber Alina Cojocaru zu tanzen beginnt, kann man die Augen nicht von ihr lassen, zwingt ihre Kunst geradezu zum Hinschauen. Zum Hinhören. Mit ihrer ungemeinen Musikalität...
