paris: William Forsythe: «Sider»
Zumindest über ein Wortspiel kann man ungeniert lachen. Das geht so: «For four you need two two.» Das Zahlwort lässt sich auch aussprechen wie im Englischen das «Tutu». Und keiner braucht ein Tutu weniger als William Forsythe. Haha. Zu lachen gab’s noch jede Menge in dieser 70 Minuten kurzen Neuschöpfung mit dem kryptischen Titel «Sider». Aber das war eher Verlegenheitslachen oder Gelächter mit Beigeschmack: Der hat sie doch nicht alle. Weil Forsythe aber nichts unreflektiert tut, muss sich «Sider», im Festspielhaus Hellerau uraufgeführt, irgendwie doch entschlüsseln lassen.
Internet, hilf! Man entdeckt einen Philosophen namens Ted Sider, der mit vierdimensionaler Ontologie beschäftigt ist. Da er nämlich die Metaphysik in seine Lehre mit einbezieht, könnte man das, was man nicht versteht, einfach auf das Unerklärliche schieben. Auch die rätselhaften Sätze als Projektionen an der Wand. Ein Mann trägt bereits ziemlich am Anfang eine Pappe vor
sich her, auf der «in disarray» geschrieben steht – in Unordnung, Verwirrung. Das ist wohl Programm.
Da sich Sider auch mit Problemen der Sprachphilosophie beschäftigt, könnte man Aussagen wie «She is to them as they are to us», die sich in ...
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Tanz Dezember 2011
Rubrik: kalender und kritik, Seite 52
von Eva-Elisabeth Fischer
Lloyd Newson,
warum sammeln Sie Interviews, um ein Stück wie «Can We Talk About This?» (tanz 10/11) zu machen? Würden Sie die gleiche Information bekommen, wenn wir dieses Interview tanzen würden? Sie haben Ihre Frage nicht in einer Tanzform ausgedrückt, also warum sprechen wir miteinander?
Vielleicht wären meine Fragen nicht so präzise, würde ich sie in Bewegung...
Im großen Zoo der Tanzformen haben sie ihren eigenen Käfig: die Drag-Queens und -Kings, die den Rollenwechsel der Geschlechter tanzen. Männer als Frauen, Frauen als Männer. Man findet sie meist in der Sektion Comedy, aus unerfindlichen Gründen gern bei Firmen-bespaßungen oder beim «Edinburgh Fringe Festival», bei dem die Kompanie
Drags Aloud aus Australien...
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im januar: judson church
Vor 50 Jahren revolutionierte in New York eine Gruppe von Tänzern die Idee dessen, was Tanz zu sein habe: ein mehr oder minder kulinarischer Bühnen-Event. Weil nun auch Straßen und andere öffentliche Orte zum Tanz gehören sollten, ebenso die Improvisation und das damals sogenannte Happening, entzweite sich die Tanzszene radikal....
