Newcomer, Abschied, Snippets 7/18

Tanz - Logo

Newcomer: Dorothée Munyaneza

Als Kind überlebte sie Krieg und Völkermord in Ruanda, dem bis zu einer Million Menschen zum Opfer fielen. Mit Vater und Schwester flüchtete Dorothée Munyaneza aus der Hauptstadt Kigali, später gelangte sie über Uganda und Kenia nach London, wohin ihre Mutter bereits vor dem Krieg gezogen war – mit der Absicht, die Familie nachzuholen. 2004, zehn Jahre nach der Flucht, war Munyaneza an Komposition und Interpretation des Sounds von «Hotel Ruanda» beteiligt, des berühmten Films über die Rettung von 1200 Schutzbedürftigen.

Die studierte Musikerin und Sozialwissenschaftlerin erlebte in der Auseinandersetzung mit dem Stoff, dass die Erfahrungen, die sie seit der Kindheit begleiten, sich künstlerisch umsetzen lassen und dass sie so einen Beitrag zur Aufarbeitung liefern kann. Dennoch dauerte es noch zehn Jahre, bis sie, wie sie sagt, «die körperliche und psychische Stärke» hatte, ihre eigene Geschichte in der Performance «Samedi détente» zu erzählen. Mit Unterstützung der ivorischen Tänzerin und Choreografin Nadia Beugré und des Musikers und Sounddesigners Alain Mahé übersetzte sie ihre Erinnerungen in eine Wort-, Tanz- und Gesangscollage, die Trauer, Schmerz ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juli 2018
Rubrik: Menschen, Seite 32
von

Weitere Beiträge
Reid Anderson

Noch hat der Ballettintendant sein Büro nicht geräumt. Seine Bücher überlässt Reid Anderson der John Cranko Schule. Auch einige der Bilder an den Wänden, so die Zeichnung von Lude Döring zu seiner Linken. Ebenso eine Büste von Márcia Haydée, einst gestaltet von Eva Zippel. Und die Collage von Jewgenij Ruchin stärkt ihm gewissermaßen den Rücken: Cranko hat die...

Afterite

Alles, was im Wachstum begriffen ist – Pflanzen und Kinder – wird in einem riesigen Glaskasten verwahrt. Ein Gewächshaus, das gleichsam als letzte Kolonie die Zukunft des Lebens in sich birgt. So sieht das Ambiente aus, in das Wayne McGregor seine Fassung von Strawinskys «Sacre du printemps» einpasst. Und das genau fünf Jahre, nachdem er den Auftrag, das Werk am...

Gayle Tufts

Gayle Tufts, eine Amerikanerin kommt nach West-Berlin, an die Tanzfabrik, wir schreiben das Jahr 1988, zehn Jahre nach der Gründung des Tanzkollektivs. Wie war das damals?
Damals war die meiste Arbeit schon getan. Die Möckernstraße 68 war renoviert, die ersten Liebesaffären hatten alle hinter sich gebracht. Liebe war ein sehr wichtiger Aspekt der Tanzfabrik, es...