Reid Anderson
Noch hat der Ballettintendant sein Büro nicht geräumt. Seine Bücher überlässt Reid Anderson der John Cranko Schule. Auch einige der Bilder an den Wänden, so die Zeichnung von Lude Döring zu seiner Linken. Ebenso eine Büste von Márcia Haydée, einst gestaltet von Eva Zippel. Und die Collage von Jewgenij Ruchin stärkt ihm gewissermaßen den Rücken: Cranko hat die Arbeit des «russischen Nonkonformisten» einst aus der damaligen Sowjetunion herausgeschmuggelt. Was mit seinem Schreibtisch geschieht, muss der Nachfolger entscheiden.
Das Möbel hat weder Ecken noch Kanten und entspricht so gar nicht dem äußeren Image eines Intendanten, der seinen Abschied mit bemerkenswerter Gelassenheit vorbereitet. Reid Anderson hat Zeit. Genug Zeit für ein Interview.
Sie werden im nächsten Jahr 70, wurden wie viele ehemalige Balletttänzer an beiden Hüften operiert und wirken trotzdem so fit, dass man nicht unbedingt versteht, warum Sie als Intendant des Stuttgarter Balletts nicht weitermachen möchten. Wie schaffen Sie das?
Rad fahren. Eine Stunde lang, ab fünf Uhr morgens. Jeden Tag. Ich habe ein stationäres Bike bei mir zu Hause. Auch unterwegs steige ich nur in Hotels ab, die über einen Fitness-Raum ...
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Tanz Juli 2018
Rubrik: Menschen, Seite 20
von Hartmut Regitz
Newcomer: Dorothée Munyaneza
Als Kind überlebte sie Krieg und Völkermord in Ruanda, dem bis zu einer Million Menschen zum Opfer fielen. Mit Vater und Schwester flüchtete Dorothée Munyaneza aus der Hauptstadt Kigali, später gelangte sie über Uganda und Kenia nach London, wohin ihre Mutter bereits vor dem Krieg gezogen war – mit der Absicht, die Familie nachzuholen....
Rodin et la danse
Auguste Rodin will der Bewegung auf den Grund kommen. Vor allem seine «Mouvements de danse», die zwischen 1911 und 1913 entstehen, lassen erkennen, wie analytisch er dabei zu Werke gegangen ist. Rodin bricht die Bewegung, zerlegt sie in einzelne Phasen und experimentiert so lange mit den plastischen Bausteinen, bis eine Motion seiner...
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