Afterite
Alles, was im Wachstum begriffen ist – Pflanzen und Kinder – wird in einem riesigen Glaskasten verwahrt. Ein Gewächshaus, das gleichsam als letzte Kolonie die Zukunft des Lebens in sich birgt. So sieht das Ambiente aus, in das Wayne McGregor seine Fassung von Strawinskys «Sacre du printemps» einpasst. Und das genau fünf Jahre, nachdem er den Auftrag, das Werk am Bolschoi zu inszenieren, zurückgab – angesichts des Attentats auf Ballettchef Sergei Filin und der zusehends homophoben Atmosphäre in Putins Reich.
So haben Kevin McKenzie und das American Ballet Theatre sich nun McGregors «Sacre»-Debüt gesichert, das unter dem Titel «Afterite» über die Bühne der New Yorker Met ging.
Dort lässt Wayne McGregor zunächst außerhalb des Treibhauses tanzen: Herman Cornejo und Jeffrey Cirio eröffnen das Ballett, geschmeidig wogend winden sich ihre Körper im Einklang mit den verträumten Holzbläsergirlanden, mit denen Strawinskys «Sacre»-Ballettmusik beginnt. Es herrscht sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm. Misty Copeland, die einstweilen noch in einer Ecke verharrt, beschreitet bald das Territorium der beiden Tänzer, die sich zurückziehen. Copelands markant-prononcierter Auftritt leitet eine ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Juli 2018
Rubrik: Produktionen, Seite 12
von Wendy Perron
Ein halber Abend und am Ende doch ein ganzer. 1983 stellte Germinal Casado seiner Uraufführung das «Gloria» seiner Ballettmeisterin Madeleine Bart voran. Diesmal stehen die «Carmina Burana» allein auf dem Programm, werden dafür allerdings unter Leitung von Daniele Squeo live musiziert: hinter einem durchsichtigen Gazeschleier auf der Bühne, der das aufgemalte...
Hier gaben sich Gunter Sachs, Audrey Hepburn und Alfred Hitchcock die Ehre – 007-Held James Bond nicht zu vergessen. Der Jetset-Rummel um St. Moritz ist ein wenig abgeflaut, stattdessen läuft nun die Tanzkunst zu Hochform auf – im Rahmen des «Origen Festival Cultural», das dieses Jahr einen russischen Schwerpunkt setzt. Dazu reist auch ein Teil des Tanz-Jetset an,...
Auf seiner jahrelangen Suche nach Perfektion und gesteigerter Selbstwahrnehmung hat sich Ohad Naharin, der Künstlerische Leiter der Bat-sheva Dance Company, redlich Mühe gegeben, seine Gaga-Technik als vollgültige Bewegungsdisziplin zu etablieren. Nun hat er sich auf einen Seitensprung eingelassen – mit Marlene Monteiro Freitas, die er eingeladen hat, ein...
