mainz: Pascal Touzeau: «Cinderella»
Er werde seiner «Cinderella» ein «Story-Lifting» verpassen, versprach der Mainzer Ballettchef Pascal Touzeau. Versprechen gehalten. Seine Neuinszenierung des Märchens vom Aschenputtel, das mit der garstigen Stiefmutter und deren fiesen Töchtern zusammenlebt, ist mehr als nur ein lauwarmer, publikumswirksamer Aufguss der Story.
Es gibt keine blumigen Feen, keine kitschige Kürbiskutsche. Stattdessen: Einige gute Geister und durchsichtige Stellwände auf Rollen, die sich durch den Raum schieben lassen. Das Publikum beobachtet das Geschehen wie in einer Arena von allen Seiten.
Als «Hauptgeist» tanzt Cristina Allyón Panavera die verstorbene Mutter. Sie steht Cinderella mit ihren Hilfsgeistern bei, wann immer möglich, und lenkt als Leitfigur konsequent das Geschehen. Zum Brüllen komisch und absurdes Ballett par excellence: das Trio Infernale mit Christian Bauch als Stiefmutter im Zentrum. Mit schlaksig verdrehten Bewegungen und unglaublicher Mimik provoziert er zu Prokofjews Ohrwürmern Publikumslacher in Serie, etwa wenn er versucht, seine riesigen Füße in winzige Ballettschläppchen zu quetschen und schließlich, gestützt von den völlig überdrehten Töchtern, darin herumstolziert wie ein ...
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Tanz Dezember 2013
Rubrik: kalender und kritik, Seite 39
von Natali Kurth
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