für einen freien (d. h. freien) tanz
Der Literaturwissenschaftler Peter Szondi veröffentlichte 1971 ein schmales Bändchen mit dem Titel «Über eine Freie (d. h. freie) Universität». Es war eine Sammlung von Stellungnahmen zur 68er-Studentenrevolte, in der sich die allmähliche Veränderung der Bedeutung des Wörtchens «frei» wunderbar nachlesen lässt. «Freiheit» erschien dem Westen einst als leidliches Gegenteil jener «unfreien» anderen Seite des Eisernen Vorhangs, des institutionalisierten Sozialismus. Der nahm die Freiheit der Meinung in etwa so ernst wie westliche Institutionen auch: eher unernst.
In einer Phase der Euphorie wollte deshalb die Freie Universität von West-Berlin zu einer «Kritischen Universität» werden. Die Initiatoren wünschten sich, «Theorie und Praxis zu vermitteln», wie es in einem Flugblatt von 1967 hieß, um eine «freie, umfassende Bildung» und eine «permanente Hochschulkritik» miteinander zu verbinden.
Freiheit und Kritik sollten sich vor fast 50 Jahren gegenseitig bedingen. Dann wäre Freiheit nicht nur eine (Selbst-)Behauptung, nicht bloß ein Lebensgefühl für Traumtänzer, sie wäre ein Prüfstein. Wie viel Freiheit ist der Kritik möglich? Und wie viel Kritik verträgt jene Freiheit, die heute ...
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Tanz Dezember 2013
Rubrik: ideen, Seite 60
von Arnd Wesemann
Ist doch immer wieder ein befremdlicher Anblick: gut gebaute Jungs in Strumpfhosen, deren ausgebeulter Zwickel an ein Birnen-Gehänge erinnert. Inzwischen hat diese Aussicht auf der Tanzbühne fast Seltenheitswert, ist den Klassiker-Neu- und Nachschöpfungen vorbehalten, die das Kostümalphabet des 19. Jahrhunderts nachbuchstabieren, wie es gerade der «Nussknacker» des...
ausstellung_________
sleeping beauties
nennt Erik Näslund die Schätze seines von Rolf de Maré gegründeten schwedischen Tanzmuseums, das in der Stockholmer Drottninggatan 17 ein neues Zuhause gefunden hat. Die aktuelle Ausstellung «Sleeping Beauties – Dreams and Costumes» zeigt Vergleichbares und Unvergleichliches, vom 1921 gemachten Entwurf eines surrealistischen...
Er werde seiner «Cinderella» ein «Story-Lifting» verpassen, versprach der Mainzer Ballettchef Pascal Touzeau. Versprechen gehalten. Seine Neuinszenierung des Märchens vom Aschenputtel, das mit der garstigen Stiefmutter und deren fiesen Töchtern zusammenlebt, ist mehr als nur ein lauwarmer, publikumswirksamer Aufguss der Story.
Es gibt keine blumigen Feen, keine...
