london: William Forsythe: «Study # 1–3»
Wie tanzt man eine Metaebene? Die Fläche, auf der die 16-köpfige Forsythe-Company im Frankfurt LAB die «Study #3» tanzt, fällt nach vorn ab. Das ist schon ein bisschen meta:
Sie zitiert die Bühne der Oper in Brescia, wo die Kompanie 2012 gastierte. William Forsythe schwärmte noch Monate später: «Wenn man diese italienischen Theater betritt, ist man étonné, sprachlos. In der Ära war alles gerahmt, klassisch, mit Portal, das Publikum weit weg von der Bühne.
» Die «Study #1», die er dort entwickelte, hantierte mit Dingen, die hinter den Vorhängen herumstanden, mit Textzitaten aus Puccinis «Madame Butterfly» und mit Teilen aus eigenen Stücken. Der folgenden «Study #2» in Hellerau versagte er Musik, Text und spezielle Beleuchtung; in dem schlichten LAB in Frankfurt, erklärt er, funktioniere das Theatermäßige kaum, weshalb er kurzerhand «Study #3» dafür schuf, mit Klängen von Thom Willems und einem lustigen An- und Ausschalten des Saallichts.
Zwei Dreiergruppen tanzen gemeinsam eine zackige Phrase mit gewinkelten Ellbogen und rasanten Pirouetten, ziehen den Pulk auseinander, der schließlich seinen Zusammenhang verliert. Ein Tänzer schnitzt eine Diagonale mit weichen Kringeln und ...
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Tanz Juni 2013
Rubrik: kalender und kritik, Seite 46
von Melanie Suchy
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