boris charmatz
Boris Charmatz, vor ein paar Jahren waren Sie mal Teilzeit-Berliner, weil Gastprofessor am Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz. Wieso sind Sie gegangen?
Mit Berlin verbindet mich eine viel längere Geschichte. Ich war als Kind mit meinen Eltern jeden Sommer hier auf Museumstour. Schon damals fand ich Berlin ein großartiges Pflaster, und dem Ruf ans HZT bin ich gerne gefolgt. Aber auf lange Sicht waren mir die universitären Strukturen zu eng.
Trotzdem kam mir die Erfahrung sehr zugute, als ich danach in Rennes das Centre Chorégraphique National übernommen und zum «Musée de la Danse» weiterentwickelt habe.
Wobei Ihr Museumsbegriff nichts mit historischer Sammelwut zu tun hat.
Nein, weil Künstler zu sein für mich immer heißt, eine Situation im Hier und Heute zu verändern. In dem Sinn ist das «Musée de la Danse» ein Experimentierfeld.
Derzeit stehen Sie zusammen mit Anne Teresa De Keersmaeker auf der Bühne, in einer Choreografie zu Johann Sebastian Bachs «Partita Nr. 2» für Violine. Wer von Ihnen hat welchen Anteil daran?
Ganz eindeutig: Sie hat choreografiert, sie tanzt – und ich tanze für sie und mit ihr.
Ist der Rollenwechsel nicht schwierig? Normalerweise sind Sie ja selbst als ...
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Tanz Juni 2013
Rubrik: menschen, Seite 22
von Dorion Weickmann, Esther Boldt
Es gab sie schon in der Weimarer Republik – die Tänzerkongresse, auf denen Rudolf von Laban seine bahnbrechende Tanznotation vorstellte, auf denen Tänzer für bessere Bezahlung stritten und ihre soziale Lage sowie die Anerkennung ihres Berufs mit den Kollegen diskutierten. 1927, 1928, 1930, dann zwei Nachkriegs-Treffen – danach riss der Faden ab. Seit 2006 gibt es...
Ende der Spielzeit muss sie ziehen: Cathy Marston, seit 2007 Tanzchefin des Berner Balletts. Ihr Abschied heißt «Hexenhatz», ein Stück über Anna Göldi, die 1782 als letzte Hexe in der Schweiz hingerichtet wurde. Diffus ist das Licht, düster der Stoff. In der Berner Vidmarhalle steht ein Stahlgerüst. Es lässt sich auseinanderziehen wie ein Paravent oder...
Sie sind bekannt als Lehrer für Kontaktimprovisation. Seit ein paar Jahren bieten Sie auch Contango an. Was ist das?
Contango ist, wie es der Name andeutet, eine Verbindung aus Kontaktimprovisation, Tango Argentino und freiem Tanzen. Es war eine logische Entwicklung, dass diese beiden Tanzformen irgendwann zusammenkommen.
Wann war das, wie ist Contango entstanden?
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