karlsruhe: Mauro Bigonzetti: «Alice»
Nach der Pause stimmt Eric Gauthier ein Lied an, und auf einmal stimmt alles an dem Stück, das einem zuvor eher fremd vorgekommen ist: der Tonfall, nicht zuletzt auch ein Tanz, der sich all das «einbildet», was Lewis Carroll in seinen beiden «Alice»-Büchern auf unnachahmliche Weise zur Sprache bringt. Enza Pagliari greift singend Gauthiers Song auf, und wie von selbst fügt sich alles fantasievoll, als ob es einiger Zauberworte noch bedurft hätte.
«Alice» also, ein abendfüllendes Ballett von Mauro Bigonzetti, erarbeitet zu Live-Musik von Antongiulio Galeandro, der dreiköpfigen Frauengesangsgruppe Assurd und Enza Pagliara im Auftrag von Gauthier Dance: keine kostengünstige Koproduktion von Theaterhaus Stuttgart, Les Théâtres de la Ville de Luxembourg und dem Theater im Pfalzbau Ludwigshafen, sondern ein Kunst- und Kraftakt, der für alle Beteiligten eine immense Herausforderung darstellt. Bigonzetti gelingt denn auch eine «haarige» Geschichte, die einen zunächst eher an Meret Oppenheim denken lässt, weil Anna Süheyla Harms und Garazi Perez Oloriz mehr verbindet als nur ein Rollenname.
Zwillingshaft verschwistert, scheiden sich Sichtweise wie Erscheinungsbild der beiden: ein scheinbar ...
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Tanz Oktober 2014
Rubrik: kalender und kritik, Seite 38
von Hartmut Regitz
Sie zählen zu den profiliertesten Choreografinnen der Gegenwart – und Sie unterrichten regelmäßig Masterclasses. Wo liegen Ihre Schwerpunkte?
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