Farewell: Stanley Donen
Er war der letzte große Regisseur aus der goldenen Zeit der Hollywood-Musicals: Stanley Donen ist am 21. Februar im Alter von 94 Jahren gestorben. In die Geschichte eingeschrieben hat er sich 1952 mit «Singin‘ in the Rain», der bis heute als einer der besten Filme aller Zeiten gilt. Donen kam als Broadway-Tänzer und Assistent seines Freundes Gene Kelly nach Hollywood, mit dem er sich zunächst die Verantwortung für Regie und Choreografie teilte.
Mit trockenem Humor holte Donen das Filmmusical weg von den großen Revueszenen, vom abgefilmten Theater, und schickte es hinaus in die reale Welt. So etwa in der Eröffnungsszene von «On the Town» (1949), wo drei Matrosen quer durch New York tanzen. Gesang und Tanz entwickelten sich organischer aus dem Dialog als zuvor, die Kamera filmte nicht statisch große Nummern ab, sondern tanzte musikalisch mit, bestens zu beobachten in der berühmten Regen-Plantsch-Nummer. In «Royal Wedding» ließ Donen den eleganten Fred Astaire an der Decke steppen, meist verströmte der Tanz in seinen Filmen eine turbulente Freude an der Bewegung und am Leben – so in «Seven Brides for Seven Brothers» (1954) oder «The Pajama Game» (1957). Als die Zeit der großen ...
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Tanz April 2019
Rubrik: Side Step, Seite 20
von Angela Reinhardt
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