Eine geniale Idee

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Joint Adventures in München riefen auf, in nur 60 Sekunden, im Format des Werbeclips, ein «Choreographic Capture» zu filmen. Derzeit zeigen viele Kinos die Gewinner in ihrem Reklameblock. Man sieht den 1. Preis: Anna Dubrovkas «Rush». Ein paar Männer toben im Büro, wie von Lloyd Newson mit seiner DV8 in den 1980ern gefilmt. 2. Preis: Philippe Saire zeigt  einen schwarzen Mann, der gern Autoscooter fährt und einen Anzugträger in Weiß bedrängt. Die 3. Preise ... Aufhören? Nein, ein guter Clip ist schon dabei: Alex Reubens «Que Pasa».

Die streng schwarz-weiße Silhouette von Louise James tanzt zu Klavier und Jazz-Percussion fantas­tische Figuren aufs Zelluloid. Nur diese, die einfachste Idee, ist capturing, nimmt gefangen. Das ist die Kunst der 60' – mach mich an und gewinn die Kinogänger für den Tanz. Alle kennen die Motorola-Reklame, das aggressive Tanzpaar, das in der U-Bahn mit Razr-Handys kämpft. Da liegt die Latte. Im Kinosessel denken die jetzt: Wie unfrisch der Tanz ist, wie gedanken­los, wie unwitzig. War das gewollt?
 

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Tanz Dezember 2008
Rubrik: Boulevard, Seite 28
von

Vergriffen
Weitere Beiträge
Zurück auf Null

Jetzt mal ganz grundsätzlich: Was will die Tanzkunst eigentlich sagen? Ist da nicht mitunter ein Brabbeln und Lallen am Werk? Dramaturgische Patschehändchen und zahnlose Mäulchen? Beglücktes Juchzen über Minieffekte und mittleres Geschrei, um Aufmerksamkeit zu kriegen? Mund auf, Augen zu, Hoppe Hoppe Reiter. Und bloß nicht den Schnuller vergessen!

Wenn Choreografen...

Jochen Roller: «Janclod!»

Jochen Roller wollte im Alter von 16 unbedingt Ballett-Tänzer werden. Warum Ballett und nicht Karate? Der halbstarke Durchschnitt bewunderte Actionfilme mit Jean-Claude Van Damme. Und nicht die Tänzer am Stadttheater. Dass Jochen Roller, heute Vortragskünstler, gute Fragen stellt, ist bekannt. Seine Antwort in janclod! lautet erstens: Karatekämpfer stellen, anders...

Roberto Campanella: «Alice im Wunderland»

Die Grundidee der saisonal familienfreundlichen Uraufführung war spannend. Der neue Augsburger Ballettchef Robert Conn hat eins und eins zusammengezählt und der Augsburger Puppenkiste die Zusammenarbeit angeboten. Warum ist das sinnig? Weil Tänzer können müssen, was erfolgreiche Marionetten tun: Charakter, Gefühle, Handlung durch Bewegung ausdrücken.
Schwierig ist...