Zurück auf Null

Warum jetzt auch Babys tanzen müssen

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Jetzt mal ganz grundsätzlich: Was will die Tanzkunst eigentlich sagen? Ist da nicht mitunter ein Brabbeln und Lallen am Werk? Dramaturgische Patschehändchen und zahnlose Mäulchen? Beglücktes Juchzen über Minieffekte und mittleres Geschrei, um Aufmerksamkeit zu kriegen? Mund auf, Augen zu, Hoppe Hoppe Reiter. Und bloß nicht den Schnuller vergessen!

Wenn Choreografen nicht übers Kind im Mann oder in der Frau hinwegkommen und mit postmodernen Förmchen werfen, kommt man sich als Publikum ziemlich fehl am Platz vor.

Aber wie ist es mit unseren Kleinsten? Sie fühlen sich sauwohl, wenn man sie nur lässt. Da robbt so ein Knirps auf die Bühne und greift zielstrebig nach einem blinkenden roten Lämpchen. Ein Mädchen, schon auf zwei Beinen, läuft zur Tänzerin, gibt der ihre Puppe und nimmt sie doch wieder mit. Dreimal hintereinander. Ein Kleiner wippt elektrisiert in den Knien. Andere spielen laufend Raus und Rein zwischen den Tüchern der halbrunden Bühnen­rückwand. Vorher aber hatten sie alle zwanzig Minuten lang ganz still einfach zugeschaut und -gehört. Eindeutig sind sie gemeint: die Minis von null bis drei Jahren, die da auf Schößen, Kissen, Bänkchen ihren Platz haben. Das gibt es also ...

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Tanz Dezember 2008
Rubrik: Boulevard, Seite 24
von Melanie Suchy

Vergriffen
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