der vortänzer
Es ist richtig, ich engagiere mich für die Tanzförderung. Aber ich setze mich nicht speziell für Tanz ein. Das kommt den Betroffenen nur so vor. Dem gleichen Trugschluss unterliegen auch die Jazzer, die Clubbetreiber, die Denkmalschützer und die Freunde klassischer Musik oder moderner bildender Kunst. Ich engagiere mich für eine Verbreiterung des kulturellen Angebotes und setze mich für Exzellenz ein. Wenn Sie die Pyramide vergrößern wollen, brauchen Sie eine breitere Basis und eine höhere Spitze.
Tanz hatte in der Vergangenheit eine deutlich geringere Förderung als andere Angebote.
Eine Situation, die in der Regel bedeutet, dass man mit überschaubaren Mitteln große Fortschritte erzielen kann. Und genau das ist in den letzten Jahren gelungen. Wir konnten die Basis verbreitern durch die biennalen Tanzplattformen. Zugleich haben wir Akzente gesetzt, die insgesamt ausstrahlten.
Der erste Akzent war das Bundesjugendballett. Es hat auch die netteste Entstehungs-geschichte. Ich traf John Neumeier beim Matthiae-Mahl in Hamburg, genauer gesagt standen wir gegen Mitternacht zusammen in einem der Säle des Hamburger Rathauses und tranken Kaffee. Ich erwähnte, dass ich im Haushaltsausschuss ...
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Tanz Januar 2015
Rubrik: ideen: tanz und politik, Seite 64
von Rüdiger Kruse
Wiener Staatsoper, 4. Stock: Ein Treffen im Büro des Ballettdirektors, der hinter einem Schreibtisch vor dem PC sitzt. Um ihn herum gruppieren sich Bücher und Zeitschriften, er selbst wirkt unaufgeregt. Auch seine Vorgänger arbeiteten in Kammern entlang dieses schmalen, engen, dunklen Ganges, der zum Großen Ballettsaal führt. Gerhard Brunner, Ex-Kritiker,...
Eine Tanzhochschule als locus amoenus – und locus terribilis: Über den Hof der 1909 errichteten Volksschule hallen Klaviertöne, eine Fensterfront gibt Einblick in den sonnendurchfluteten Ballettsaal. Eine Gruppe Tänzer übt dort allein mit Repetitor klassische Ballettsequenzen in der Diagonalen. Lachende, erhitzte, anmutige Jugend – eine Szene, fast zu idyllisch, um...
John Neumeier arbeitete 1989 noch mit Alfred Schnittke. Aber inzwischen hilft Peer Gynt offenbar nur noch die «Peer Gynt»-Musik von Edvard Grieg auf die Beine. Heinz Spoerli griff schon vor Jahren auf die populäre Bühnenkomposition zurück, versetzt mit zeitgenössischen Stücken von Brett Dean und Mark-Anthony Turnage. Gregor Zöllig wiederum ließ sich in Bielefeld...
