saarbrücken: Stijn Celis: «Peer Gynt»

Tanz - Logo

John Neumeier arbeitete 1989 noch mit Alfred Schnittke. Aber inzwischen hilft Peer Gynt offenbar nur noch die «Peer Gynt»-Musik von Edvard Grieg auf die Beine. Heinz Spoerli griff schon vor Jahren auf die populäre Bühnenkomposition zurück, versetzt mit zeitgenössischen Stücken von Brett Dean und Mark-Anthony Turnage. Gregor Zöllig wiederum ließ sich in Bielefeld von Gavin Bryars die musikalischen Vorlagen erneuern, ohne dass dadurch das Klangspektrum groß verändert wurde. Anders Stijn Celis in Saarbrücken.

Er hat jene «Peer Gynt»-Suiten wiederentdeckt, die Harald Sæverud 1948 als alternatives Musikmodell vorstellte: tonale Charakterskizzen, die ungleich moderner klingen und in Saarbrücken folgerichtig für das gesellschaftliche Wirken des Protagonisten stehen.

Dem entspricht durchaus auch das Erscheinungsbild der Aufführung, das in der Kostümierung von Catherine Voeffray sowohl an das Outfit der Entstehungszeit erinnert wie den Look der 1950er-Jahre. Ein Flickenteppich auch der grauschwarze Rundhorizont von Jann Messerli, der dem zweiaktigen Ballett viel Raum zur Entfaltung gibt. Eher irritierend dagegen ist ein bemalter Vorhang zu Beginn, und das nicht allein deswegen, weil das ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Januar 2015
Rubrik: kalender und kritik, Seite 44
von Hartmut Regitz

Weitere Beiträge
the barbarians in love

Hofesh Shechter ist nicht nur Choreograf und Tänzer, sondern auch Schlagzeuger. Offenbar haut er gern drauf, so dass es wehtut. Shechter mutet seinen Tänzern wie seinem Publikum rüde akustische und körperliche Attacken zu, die einem den Magen umdrehen und Herzjagen verursachen, so bei «Political Mother». Oder einen erst einmal völlig verstummen lassen. Das ist der...

coaching

Eleonora Alexandrova Meyden, Sie bereiten in Berlin derzeit ein neues Projekt vor, «Mentaltraining für Frauen».
Es ist eine Trainingsmethode für Unternehmen. Wir leben in einer Gesellschaft, die sagt: Frauen sind stark, Frauen sind ganz vorne, Frauen erfüllen die Frauenquote. Da haben wir uns schon was eingebrockt. Jetzt müssen wir multifunktional alles können....

bremen: Samir Akika: «Belleville»

Was unterscheidet die Städte Lagos, Bangalore und Novosibirsk voneinander? Den Worten nach, mit denen die Tänzer den Ort ihrer Herkunft beschreiben, eine Menge: der Duft des Frühlings, Monsun-Schauer, Schneegestöber, das Rattern der Züge, Lärm, Geschrei, Vogelgezwitscher. Doch verflüchtigt sich die Poesie, erstickt in einem gnadenlos hämmernden Beat, der die Körper...