Der Knoten, die Richtung
Ein junger Choreograf sucht seinen Weg. Was wäre banaler? Und nichts wäre gefährlicher, als die Suche zu früh zu beenden. Wohin gehört Abou Lagraa? In den Sessel eines CCN-Direktors? Wer seine neue Kreation «Où Transe» sieht, mag sich freuen, dass Lagraas Bewerbung um die Leitung des CCN in Roubaix nicht von Erfolg gekrönt war. Zum einen, weil man sich wünscht, ihn noch oft selbst auf der Bühne zu sehen, so wie in seinem Solo. Zum anderen, weil es mit seiner Kreativität von einer Kreation zur nächsten noch auf und ab geht.
Möge er also noch eine Zeit lang durchs Leben strolchen, bevor er sich niederlässt. Der Titel seines Dreiteilers und die Einteilung der Bühne weisen ihn als Findenden aus. Doch wo finden wir zur Trance? In seinem Wortspiel! Das Maßlose, Übertriebene ist die zweite Bedeutung des Titels: Outrance.
Auf der Bühne herrscht Halbdunkel. Darin lockt zu Beginn ein reflektierendes Karree. In den folgenden Teilen leuchtet ein schmaler Pfad durch die Dämmerung. In einem frappierend intensiven Solo blendet Lagraa den geraden Weg schnellstens aus. Eine Art stilisierte Toga tragend, kreuzt der Zeremonienmeister zwischen monastischer Ruhe und ekstatischem Voodoo, zwischen ...
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