Der Abenddienst
Die Tür zur Loge klemmt. «Vielleicht klappt‘s von der anderen Seite.» Durch einen Konferenzraum, in dem, so verrät das Flip-Chart, gerade ein Englisch-Kurs stattgefunden hat, geht es auf die andere Seite der Tür ins Foyer der Ulbricht-Loge, die zu DDR-Zeiten hohen SED-Funktionären vorbehalten war. Heute ist sie zwar nicht gebucht, aber für alle Fälle sollte sie geöffnet sein. Dafür sorgt Sibylle Naundorf, die seit 2004 die Abenddienstleitung an der Leipziger Oper innehat. Sie kennt jede Tür, jedes Schloss und eine Lösung für jedes Wehwehchen im Vorderhaus der Oper.
Nachdem sie das letzte Besetzungsplakat eingesetzt hat, informiert sie den Hausmeister über das zickende Schloss. Zum Einlass um 18 Uhr ist es repariert.
Bis dahin sind es aber noch zwei Stunden, und Naundorf drapiert auf einer Magnettafel die Posten für den heutigen Abenddienst. Auch mit der Gastronomie des Hauses sind bereits alle Absprachen getroffen. Gegeben wird «Herzog Blaubarts Burg» zusammen mit «Pagliacci», da reicht eine Minimalbesetzung von zwölf Leuten, um die zwei Garderoben, die Einlässe zum Opernsaal, die Verkaufsposten für Programmhefte und die Kartenlesegeräte am Eingang zu besetzen. «Das wird heute ein ...
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Tanz Juli 2018
Rubrik: Serie: Hinter den Kulissen, Seite 66
von Torben Ibs
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