Den Bosch On Tour: «The Common People»
«Ja!» ruft einer von Jan Martens’ Tänzern, die vom Rand aus und als Herein-Geleiter die «common people» ordnen. Es meint «los!» und schwebt als Zustimmung und Zugewandtheit über der ganzen Performance bei der Premiere im tanzhaus nrw in Düsseldorf. Hier also treffen je zwei von insgesamt 44 «gewöhnlichen Leuten», ausgesuchten Freiwilligen, auf der Bühne aufeinander. Sie haben sich noch nie vorher gesehen, in getrennten Gruppen werden sie vorbereitet.
Sie bearbeiten Aufgaben, die das Publikum nicht kennt und die es nur, wenn es länger zuschaut, durch gewisse Wiederholungen erahnt.
Auf allen vieren kauern sich zwei gegenüber, mehrere Meter voneinander getrennt. Langsam hebt sich eine Hand, wird wieder auf den Boden gesetzt, der Mann schiebt sich vorwärts, der andere Mann auch, so geht das hin und her, immer halten sie Blickkontakt. Imitieren sie einander? Wollen und Nicht-Wollen scheinen sich zu mischen, bis die Köpfe sich berühren. Beide erheben sich, und plötzlich ist der eine viel kleiner als der andere. Kichern im Publikum. Der Größere neigt also den Kopf, er bekommt den Zeigefinger des Gegenübers auf die Nase gedrückt. Er grinst. Solche kleinen Verlegenheitsausbrüche zeigen, wie ...
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Tanz August/September 2016
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 46
von Melanie Suchy
«Was erzählen Fotografien über Tanz?» Diese gegen Ende des Sammelbandes «Tanzfotografie. Historiografische Reflexionen der Moderne» von Tessa Jahn aufgeworfene Frage kehrt als Leitmotiv in sämtlichen Beiträgen wieder. Vierzehn an der Zahl, findet sich unter ihnen nicht ein Ausreißer nach unten; manche sind dazu noch spannend zu lesen. So erzählt die Schweizer...
Thierry Malandain findet immer wieder Spaß daran, alte Stoffe neu aufzumischen und neu einzufärben. Nach dem durchschlagenden Erfolg seiner «Cendrillon» macht er sich nun an «Die Schöne und das Biest», eine Geschichte mit deutlichem Gänsehautfaktor. Dem wird Malandain mit seiner Truppe aus Biarritz gerecht.
Das Biest in dem von Jean Cocteau so unvergesslich...
Vielleicht ist es so gewesen: «Rodin erfasste mit einem Blick ihren gedrungenen Körper von der etwas unbeholfen aufgesteckten Takashimada-Frisur bis zu den in weißen Strümpfen und Chiyoda-Sandalen steckenden Füßen und drückte ihre kleine feste Hand.»
Irgendetwas an dieser Frau, die da plötzlich in seinem Atelier steht, ist faszinierend. Der Bildhauer wendet...
