Lyon: «La belle et la bête»
Thierry Malandain findet immer wieder Spaß daran, alte Stoffe neu aufzumischen und neu einzufärben. Nach dem durchschlagenden Erfolg seiner «Cendrillon» macht er sich nun an «Die Schöne und das Biest», eine Geschichte mit deutlichem Gänsehautfaktor. Dem wird Malandain mit seiner Truppe aus Biarritz gerecht.
Das Biest in dem von Jean Cocteau so unvergesslich verfilmten Märchen bewohnt ein Schloss. Malandains Premiere, als Vorpremiere angekündigt, fand standesgemäß im historischen Saal der königlichen Oper des Schlosses zu Versailles statt.
Dort funkelt der Goldbrokat der Belle (Claire Lonchampt) mit den Ornamenten des Theaters um die Wette. Das Dunkel der Bühne ist, im Gegensatz zu den Kostümen, minimalistisch ausgestattet. Ein imposanter schwarzer Holztisch verbreitet Noblesse und lässt einen gewissen Schauder bereits ahnen. Ansonsten reicht ein simpler Stoffvorhang, um hier Räume und Welten zu schaffen. Das ganze Setting verweist, wie das Märchen auch, auf altes Volkstheater.
Dabei ist Malandain sogar Cocteaus Lesart noch zu einfach. Als Choreograf nutzt er die Chance, die Figuren aufzufächern und zu spiegeln. Da sind die Schöne, ihr Vater und das Biest. Aus dem Prinzen, der sich ...
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Tanz August/September 2016
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 44
von Thomas Hahn
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